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Sprachpflege in der Übersetzungspraxis- Language Policy in the Practice of Translating

Beiträge zur Praxis der Sprachpolitik in kleineren Sprachgemeinschaften- Contributions Concerning the Practice of Language Policy in Smaller Linguistic Communities

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Edited By Stephan Kessler and Marko Pantermöller

An Fallstudien sprachlichen Transfers ins Finnische, Lettische, Litauische und Isländische werden Aspekte sprachlicher Normierungstätigkeiten aufgezeigt. Die aus einer soziolinguistischen Konferenz zu dem Thema ausgewählten Beiträge haben nicht die Übersetzungswissenschaften zum Thema, sondern die Frage, wie kleinere Sprachkulturen die Herausforderungen der sprachlichen Identitätswahrung meistern, wenn ihre Sprachgemeinschaften im Gefolge der europäischen Mobilität immer heterogener werden.
Different aspects of linguistic standardization are pointed out on the basis of case studies of linguistic transfers into Finnish, Latvian, Lithuanian and Icelandic. The sociolinguistic contributions selected from a conference do not merely deal with translation studies but with the question how smaller linguistic communities overcome the challenges of safeguarding their linguistic identity while becoming heterogeneous in the wake of European mobility.

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Alina Baravykaitė: Befolgung sprachlicher Normen in der literarischen und in der Filmübersetzung 83

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Der vorliegende Beitrag setzt sich mit dem Verhältnis von Übersetzungen litera- rischer Prosa und von Filmübersetzungen zum Standardlitauischen auseinander. Das Hauptaugenmerk richtet sich auf die Rolle, die die Sprachpflege in den li- tauischen Buchverlagen und Fernsehsendern einnimmt. 1 Zur Normierung des Litauischen 1.1 Herausbildung der Standardsprache Die ersten Normierungsversuche werden bereits in dem Schriftgut sichtbar, durch das sich die litauische Schriftsprache im 16. Jahrhundert in Klein- und Großli- tauen herauszubilden begann. Die eigentliche Sprachnormierung begann jedoch in den letzten drei Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts, als aus dem Kreis der Natio- nalbewegung unter Mitwirkung von zahlreichen Intellektuellen die wichtigsten kodifizierenden Werke entstanden. In diesen Werken wurde die Südgruppe der westhochlitauischen Mundarten zum Standard erhoben. Als Begründer der li- tauischen Standardsprache gilt Jonas Jablonskis (1860–1930). Von besonderer Bedeutung in der Standardisierungsgeschichte des Litauischen sind Jablonskis’ „Litauische Grammatik“ (Lietuviškos kalbos gramatika, 1901), seine „Syntax des Litauischen“ (Lietuvių kalbos sintaksė, 1911), seine späteren Grammatiken von 1919 und 1922 sowie seine Monografie „Fälle und Präpositionen“ (Linksniai ir prielinksniai, 1928). Mit der Unabhängigkeit Litauens im Jahr 1918 bekam das Litauische zum ersten Mal den Status einer Staatssprache (diese Rolle war je- weils in den Verfassungen von 1922, 1928 und 1938 verankert). In dem kurzen Zeitraum der ersten Unabhängigkeit wurde die litauische Standardsprache so weit kodifiziert und gefördert, dass sie allen Ebenen des Sprachgebrauchs gerecht werden konnte. In diesem Zeitraum wirkte auch Kazimieras Būga (1879–1924), der Begründer...

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