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Sprachliche Dynamiken

Das Italienische in Geschichte und Gegenwart

Series:

Maria Selig and Gerald Bernhard

Die Beiträge dieses Bandes widmen sich aktuellen Themen der italianistischen Linguistik und erproben Konzepte und Methoden, die die Dynamik und Variabilität der italienischen Sprache in Geschichte und Gegenwart sichtbar machen. An sprachhistorischen, syntaktischen, semantischen und varietätenlinguistischen Fragestellungen wird aufgezeigt, dass die Italianistik hinsichtlich ihrer methodischen und theoretischen Grundlagen mehrfach dazu beigetragen hat, reduktionistische und ausschließlich auf die theoretische Homogenisierung bedachte Ansätze aufzusprengen. Mehrsprachige Kommunikationsräume, vielschichtige Varietätengefüge, instabile und durch einen hohen Grad an Allomorphie gekennzeichnete mittelalterliche volgari, Kontaktvarietäten und linguae francae sowie entwicklungsoffene semantisch-syntaktische Paradigmen sind genuine Forschungsgegenstände der Italianistik. Sie erfordern eine dynamische Konzeptualisierung und eine reflektierte Vermittlung zwischen der komplexen Datenlage und der wissenschaftlichen Systematisierung. Der Band kann zeigen, dass der italianistischen Linguistik deshalb vielfach eine Vorreiterrolle bei der Erprobung neuer Konzepte und Methoden in der Sprachwissenschaft zukommt.

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Ludwig Fesenmeier Kontinuität und Wandel: Zur Syntax und Semantik von conoscere und sapere 85

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Kontinuität und Wandel: Zur Syntax und Semantik von conoscere und sapere Ludwig Fesenmeier 1. TO KNOW im Romanischen Die meisten romanischen Sprachen verfügen im Bereich der so genannten kognitiven Verben über zwei zentrale Lexeme: die jeweiligen Fortsetzer von lt. cognoscere und sapere.1 Weisen die beiden Verben in älteren Sprachstufen beachtliche Übereinstimmungen hinsichtlich ihrer Verwendungsmöglichkei- ten auf,2 Im Französischen sind nach connaître satzförmige Komplemente heute weitestgehend ausgeschlossen; selten, aber grundsätzlich noch möglich sind indirekte Fragesätze bei inchoativ-resultativer Lesart des Matrixverbs ([1a]), die bei savoir natürlich unproblematisch sind ([1b]): sind für das moderne Französische, Italienische bzw. Spanische beträchtliche Unterschiede festzustellen, und zwar insbesondere in Bezug auf die Möglichkeiten der kategorialen Füllung der Komplementfunktion. 3 1 Eine Ausnahme bilden das Sardische und das Rumänische, die mit iskire/šíri bzw. lt. scire fortsetzen; vgl. Wartburg 1964: 198. 2 Vgl. dazu den kurzen Überblick in Fesenmeier 2008: 403. 3 Der letzte Beleg für einen deklarativen Komplementsatz in Frantext datiert von 1960: „Il n’est que de relire le chapitre célèbre consacré par A. C. Pigou aux divergences entre le produit marginal net privé et le produit marginal net social, pour connaître que cet au- teur a eu une claire conscience de la généralité de son analyse critique [...].“ (L’univers économique et social). Unberücksichtigt bleibt hier kausatives faire connaître que, wie es etwa in „La chancellerie a donc fait savoir, par communiqué, que...

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