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Sprachliche Dynamiken

Das Italienische in Geschichte und Gegenwart

Series:

Maria Selig and Gerald Bernhard

Die Beiträge dieses Bandes widmen sich aktuellen Themen der italianistischen Linguistik und erproben Konzepte und Methoden, die die Dynamik und Variabilität der italienischen Sprache in Geschichte und Gegenwart sichtbar machen. An sprachhistorischen, syntaktischen, semantischen und varietätenlinguistischen Fragestellungen wird aufgezeigt, dass die Italianistik hinsichtlich ihrer methodischen und theoretischen Grundlagen mehrfach dazu beigetragen hat, reduktionistische und ausschließlich auf die theoretische Homogenisierung bedachte Ansätze aufzusprengen. Mehrsprachige Kommunikationsräume, vielschichtige Varietätengefüge, instabile und durch einen hohen Grad an Allomorphie gekennzeichnete mittelalterliche volgari, Kontaktvarietäten und linguae francae sowie entwicklungsoffene semantisch-syntaktische Paradigmen sind genuine Forschungsgegenstände der Italianistik. Sie erfordern eine dynamische Konzeptualisierung und eine reflektierte Vermittlung zwischen der komplexen Datenlage und der wissenschaftlichen Systematisierung. Der Band kann zeigen, dass der italianistischen Linguistik deshalb vielfach eine Vorreiterrolle bei der Erprobung neuer Konzepte und Methoden in der Sprachwissenschaft zukommt.

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Jochen Hafner/Wulf Oesterreicher Dynamiken der Mehrsprachigkeit: Königreich Neapel und Sizilien (16./17. Jahrhundert) – ein programmatischer Aufriss 125

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Dynamiken der Mehrsprachigkeit: Königreich Neapel und Sizilien (16./17. Jahrhundert) – ein programmatischer Aufriss1 Jochen Hafner/Wulf Oesterreicher I. 1. Im Münchner Sonderforschungsbereich 573 „Pluralisierung & Autorität“ hat sich die Einteilung in die drei Projektbereiche A „Ambivalenzen gelehrter Diskurse“, B „Ordnungen des Wissens“ und C „Pragmatisierung von Autori- tät“ als Struktur bewährt; diese Bereiche sind jeweils mit sechs bzw. fünf Teilprojekten bestückt, die in zwei Fällen bei der Leitung eine ‚Doppelspitze‘ aufweisen, so im Fall des von Thomas Krefeld und mir geleiteten Teilprojekts C 15 „Pluralität und Autorisierung. Mehrsprachigkeit im Königreich Neapel (16./17. Jahrhundert)“. Die folgenden Vorbemerkungen sollen zeigen, welche Überlegungen uns im SFB motivierten, mit größtem Nachdruck eine dritte, abschließende För- derphase zu beantragen: Schon in der ersten Phase sind die für den SFB konstitutiven Begriffe ‚Pluralisierung‘ und ‚Autorität‘ nicht als oppositive Größen, sondern als wechselseitig aufeinander bezogene analytische Katego- rien verstanden worden. Diese sollten es ermöglichen, frühneuzeitliche Spannungskonstellationen der Rede, des Wissens und der Macht zu rekon- struieren. Dabei meint ‚Pluralisierung‘ die Vermehrung soziokulturell rele- vanter Repräsentationen der Wirklichkeit und die durch neues Wissen indu- zierte Emergenz komplementärer und kompetitiver Teilwirklichkeiten. Plura- lisierungsprozesse erhöhen so in den angedeuteten Bereichen die Komplexi- tät und erzeugen damit auch einen Bedarf an Vergleich und Abstimmung der Ansprüche auf Geltung, Heil, Macht, Wahrheit oder auf bestimmte, auch 1 Dieser Aufsatz ist die ausgearbeitete Fassung zweier weitgehend selbständiger auf dem Marburger Italianistentag gehaltener...

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