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Sprachliche Dynamiken

Das Italienische in Geschichte und Gegenwart

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Edited By Maria Selig and Gerald Bernhard

Die Beiträge dieses Bandes widmen sich aktuellen Themen der italianistischen Linguistik und erproben Konzepte und Methoden, die die Dynamik und Variabilität der italienischen Sprache in Geschichte und Gegenwart sichtbar machen. An sprachhistorischen, syntaktischen, semantischen und varietätenlinguistischen Fragestellungen wird aufgezeigt, dass die Italianistik hinsichtlich ihrer methodischen und theoretischen Grundlagen mehrfach dazu beigetragen hat, reduktionistische und ausschließlich auf die theoretische Homogenisierung bedachte Ansätze aufzusprengen. Mehrsprachige Kommunikationsräume, vielschichtige Varietätengefüge, instabile und durch einen hohen Grad an Allomorphie gekennzeichnete mittelalterliche volgari, Kontaktvarietäten und linguae francae sowie entwicklungsoffene semantisch-syntaktische Paradigmen sind genuine Forschungsgegenstände der Italianistik. Sie erfordern eine dynamische Konzeptualisierung und eine reflektierte Vermittlung zwischen der komplexen Datenlage und der wissenschaftlichen Systematisierung. Der Band kann zeigen, dass der italianistischen Linguistik deshalb vielfach eine Vorreiterrolle bei der Erprobung neuer Konzepte und Methoden in der Sprachwissenschaft zukommt.

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Daniele Baglioni Die ‚unruhige‘ Sprache eines Barockabenteurers: die Briefe des ‚Sultans‘ Jachia an die Großherzöge der Toskana (1617-1635) 149

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Die ‚unruhige‘ Sprache eines Barockabenteurers: die Briefe des ‚Sultans‘ Jachia an die Großherzöge der Toskana (1617-1635)* Daniele Baglioni 1. Jachia und die Medici Heutzutage kennen weder Laien noch Fachleute Jachia, was man auch da- ran erkennen kann, dass sein Name in den meisten Geschichtsbüchern über das osmanische Reich gar nicht erwähnt wird.1 * Ich bedanke mich herzlich bei Roberto Teichner und Rembert Eufe, die mir bei der Übersetzung dieses Artikels ins Deutsche geholfen haben. Das war in den ersten Jahr- zehnten des 17. Jahrhunderts ganz anders, als Jachia dank seiner privile- gierten Beziehungen zu den damals wichtigsten Fürsten an vielen mittel- und osteuropäischen Höfen verkehrte. So stellt ihn der rumänische Histori- ker Cristian Luca dar: „Personaggio notevole della prima metà del Seicento, promotore di numerosi progetti militari antiottomani, Jahja è stato per un periodo di quasi quattro decenni all’attenzione di molti sovrani europei, per- seguendo la sua utopica aspirazione di salire al trono imperiale di Costanti- nopoli“ (Luca 2003: 71). Sein Leben ist zum großen Teil sagenhaft. Seinem zeitgenössischen Biographen, dem kroatischen Mönc€ ‚‚„ †\ \‡ zufolge wurde er 1585 in der kleinasiatischen Stadt Magnesia (Manisa) gebo- ren. Seine Mutter war eine Griechin, sein vermeintlicher Vater war der türki- sche Sultan Mehmed III. Kurz nach seiner Geburt wurde Jachia den Pries- tern des Klosters Asimos in der Nähe von Thessaloniki anvertraut. Dort ver- brachte er seine Kindheit und Jugend bis 1603, als Mehmed III. starb und 1 Weder in An Economic and...

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