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Sprachliche Dynamiken

Das Italienische in Geschichte und Gegenwart

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Edited By Maria Selig and Gerald Bernhard

Die Beiträge dieses Bandes widmen sich aktuellen Themen der italianistischen Linguistik und erproben Konzepte und Methoden, die die Dynamik und Variabilität der italienischen Sprache in Geschichte und Gegenwart sichtbar machen. An sprachhistorischen, syntaktischen, semantischen und varietätenlinguistischen Fragestellungen wird aufgezeigt, dass die Italianistik hinsichtlich ihrer methodischen und theoretischen Grundlagen mehrfach dazu beigetragen hat, reduktionistische und ausschließlich auf die theoretische Homogenisierung bedachte Ansätze aufzusprengen. Mehrsprachige Kommunikationsräume, vielschichtige Varietätengefüge, instabile und durch einen hohen Grad an Allomorphie gekennzeichnete mittelalterliche volgari, Kontaktvarietäten und linguae francae sowie entwicklungsoffene semantisch-syntaktische Paradigmen sind genuine Forschungsgegenstände der Italianistik. Sie erfordern eine dynamische Konzeptualisierung und eine reflektierte Vermittlung zwischen der komplexen Datenlage und der wissenschaftlichen Systematisierung. Der Band kann zeigen, dass der italianistischen Linguistik deshalb vielfach eine Vorreiterrolle bei der Erprobung neuer Konzepte und Methoden in der Sprachwissenschaft zukommt.

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Annette Gerstenberg Zwischen Muttersprache und Philologie: Eine Befragung zur Dynamik des Sprachverhaltens von Italianistik- Studierenden mit italienischer Herkunft in Bochum 195

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Zwischen Muttersprache und Philologie: Eine Befragung zur Dynamik des Sprachverhaltens von Italianistik-Studierenden mit italienischer Herkunft in Bochum Annette Gerstenberg 1. Einleitung Die Migrationslinguistik (cf. Ehlich 1996; Krefeld 2004) hat sich auch als romanistischer Arbeitsbereich etabliert. Während in diesem Terminus der Aspekt der räumlichen Veränderung durch Aus- bzw. Einwanderung betont wird, sind weitere Differenzierungen erforderlich, um – z. B. für Italien als Herkunfts- und Deutschland als Zielland – sowohl die einzelnen Phasen bzw. Generationen der Migration als auch soziokulturelle Kontexte zu unterschei- den, innerhalb derer sich auch die Kompetenzen in den Varietäten des Deut- schen und des Italienischen herausbilden (cf. Bettoni 1993). Neben den äu- ßeren Bedingungen sind dafür auch die individuellen Einstellungen von Be- deutung (cf. Lüdi 1996: 324). Die Analyse von Sprachbiographien1 1 Eine weite Definition findet sich in Franceschini/Miecznikowski 2004: VII: „Die Erfor- schung von Sprachbiographien, wie sie in diesem Band verstanden wird, widmet sich lebensgeschichtlichen Erzählungen zum natürlichen Erwerb und zum Erlernen von mehreren Sprachen: Welche Sprachen und Dialekte wurden im Elternhaus gesprochen, welche konnte man in der Umgebung hören, mit welchen Sprachen kam man in der frühen Kindheit in Kontakt, in der Schule, im Freundeskreis und später im Berufsle- ben? Welche Erinnerungen sind an Sprachen geknüpft, welche Emotionen und Einstel- lungen werden damit verbunden? Wie haben sich diese Kompetenzen verändert? Wie verwendet man heute alle diese Sprachen?“ Eine enge Definition fasst als Sprachbio- graphien nur Texte auf, die aus freien, narrativen Interviews im Sinne...

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