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Die Österreichische Schule der Nationalökonomie

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Edited By Reinhard Neck

Im letzten Drittel des 19. und im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts wurde von Carl Menger, Eugen von Böhm-Bawerk, Ludwig von Mises, Friedrich August von Hayek und zahlreichen anderen Wirtschaftswissenschaftern die Österreichische Schule der Nationalökonomie begründet, die auf die Entwicklung der Wirtschaftstheorie und der Theorie der Wirtschaftspolitik beträchtlichen Einfluss ausübte. Derzeit sind die «Austrians» vor allem im angelsächsischen Sprachraum aktiv; sie vertreten in ihrer betont marktwirtschaftlichen Ausrichtung eine unverwechselbare und in der aktuellen Diskussion relevante wirtschaftspolitische Position. Auch Politiker des deutschen Sprachraums nehmen bei der Begründung marktwirtschaftlich orientierter Reformvorschläge oft auf die Österreichische Schule der Nationalökonomie Bezug. In diesem Buch werden Positionen und Themen der Österreichischen Schule der Nationalökonomie dargestellt und diskutiert, wobei wirtschaftspolitische Fragen im Vordergrund stehen.

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Kapitel 2 – Carl Menger und die Ursprünge der Österreichischen Schule der Nationalökonomie

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Carl Menger 25 Kapitel 2 Carl Menger und die Ursprünge der Österreichischen Schule der Nationalökonomie Karl Milford 2.1 Einleitung Carl Menger (1840 — 1921) gilt als Begründer der so genannten Österreichischen Schule der Nationalökonomie, deren berühmteste Vertreter unter anderen die Öko- nomen Eugen von Böhm-Bawerk, Friedrich von Wieser, Ludwig von Mises und Friedrich A. von Hayek sind. Sein theoretisches Hauptwerk Grundsätze der Volks- wirthschaftslehre 1 erschien 1871 in Wien und wird heute als der zentrale Grün- dungsklassiker dieser Schule angesehen. Nach dem Erscheinen dieses Bandes, möglicherweise jedoch auch schon früher dürfte Menger den Gepflogenheiten seiner Zeit folgend an die Publikation eines vierbändigen Systems der Volkswirt- schaftlehre gedacht haben, das jedoch nicht zur Ausführung gelangte. Dabei sollten die Grundsätze der Volkswirthschaftslehre den ersten, allgemeinen theoretischen Teil umfassen; im zweiten Teil sollten dann Fragen der Einkommensverteilung sowie des Kredits und Geldes behandelt werden, im dritten Teil vor allem Fragen der Produktion sowie des Handels und im vierten Teil Probleme der Volkswirt- schaftspolitik und der Sozialreform. Die Ursachen dafür, weshalb dieser Plan nicht zur Ausführung gelangte, dürften vor allem in dem spezifischen Diskussionsver- lauf, der sich dem Erscheinen der Grundsätze der Volkswirthschaftslehre ange- schlossen hatte, zu suchen sein. Denn im Zuge dieser Diskussion wandte Menger sich verstärkt methodologischen und erkenntnislogischen Fragen der theoretischen Sozialwissenschaften zu, um dann ca. 12 Jahre nach dem Erscheinen der Grund- sätze der Volkswirthschaftslehre im Jahre 1883 seine Untersuchungen über...

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