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Die Österreichische Schule der Nationalökonomie

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Edited By Reinhard Neck

Im letzten Drittel des 19. und im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts wurde von Carl Menger, Eugen von Böhm-Bawerk, Ludwig von Mises, Friedrich August von Hayek und zahlreichen anderen Wirtschaftswissenschaftern die Österreichische Schule der Nationalökonomie begründet, die auf die Entwicklung der Wirtschaftstheorie und der Theorie der Wirtschaftspolitik beträchtlichen Einfluss ausübte. Derzeit sind die «Austrians» vor allem im angelsächsischen Sprachraum aktiv; sie vertreten in ihrer betont marktwirtschaftlichen Ausrichtung eine unverwechselbare und in der aktuellen Diskussion relevante wirtschaftspolitische Position. Auch Politiker des deutschen Sprachraums nehmen bei der Begründung marktwirtschaftlich orientierter Reformvorschläge oft auf die Österreichische Schule der Nationalökonomie Bezug. In diesem Buch werden Positionen und Themen der Österreichischen Schule der Nationalökonomie dargestellt und diskutiert, wobei wirtschaftspolitische Fragen im Vordergrund stehen.

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Kapitel 6 – Schumpeters Konjunktur- und Wachstumstheorie

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Schumpeters Konjunktur- und Wachstumstheorie 149 Kapitel 6 Schumpeters Konjunktur- und Wachstumstheorie Harald Hagemann 6.1 Einleitung Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts wird das Studium der Krisen und wirtschaft- licher Schwankungen ein zentraler Gegenstand der ökonomischen Analyse im deutschsprachigen Raum. Dies gilt sowohl für die Vertreter der Historischen Schule, wie es besonders einprägsam in Wilhelm Roschers Studie Die Produc- tionskrisen mit besonderer Rücksicht auf die letzten Jahrzehnte (1849) zum Aus- druck kommt, als auch für Karl Marx, für den Krisen und ökonomische Zyklen ein Wesenselement der Entwicklung kapitalistischer Wirtschaft sind. Obwohl sei- ne Konjunkturtheorie „remained the great "unwritten chapter" of his work", gelte es, „to give to Marx high rank among the workers in this field", wie es in der His- tory of Economic Analysis von Schumpeter t heißt, für den das Marxsche Werk mit seiner Betonung der dynamischen Kräfte der Entwicklung kapitalistischer Volks- wirtschaften, insbesondere der zentralen Rolle der Kapitalakkumulation und des Technischen Fortschritts, die zentrale Herausforderung bildet und somit sein eige- nes Forschungsprogramm wesentlich prägt. Hinzu kommt der Einfluss seines Lehrers Eugen von Böhm-Bawerk, der in einer ausführlichen Rezension von Eugen von Bergmanns Die Wirtschaftskrisen: Ge- schichte der Nationalökonomischen Krisentheorieen die Krisentheorie als „letztes Kapitel" bzw. letzte Stufe und damit als Vollendung einer ökonomischen Theorie, der Durchdringung aller sozioökonomischer Theorien und ihrer Interdependenz charakterisiert hatte. 2 So betont Schumpeter, der im Sommersemester 1905 zusammen mit Emil Lederer, Ludwig von Mises, Otto Bauer, Rudolf Hilferding, Felix Somary...

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