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Einführung in das Grundproblem des archäologisch-kulturhistorischen Vergleichens und Deutens

Analogien-Bildung in der archäologischen Forschung- Unter Mitarbeit von M. Karpenkiel, J. Kostrzewa, P. Lange und T. Noga

Ulf F. Ickerodt

In dieser Einführung in das archäologisch-kulturhistorische Vergleichen und Deuten werden die Grundlagen der archäologischen Forschung systematisch dargestellt. Es wurde in seiner Form zusammen mit Hamburger Studierenden erarbeitet und besteht aus einem Textteil, einem Glossar mit ca. 120 Einträgen und einer umfangreichen, thematischen Bibliographie. Der Textteil des Lehrbuchs fasst die Methoden und Konzepte der wissenschaftlichen Praxis thesenartig zusammen, führt in die wissenschaftliche Fachsprache ein und bereitet darüber hinaus die Konzepte der wissenschaftlichen Zusammenarbeit sowie der Quellenkritik allgemein verständlich auf. Ein Schlagwortregister zur Bibliographie ermöglicht einen schnellen Überblick über Ansätze, Methoden und Themen.

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2 Archäologisches Vergleichen

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Der Prozess des Vergleichens in seinen unterschiedlichen Facetten und auf seinen unterschiedlichen Ebenen ist eines der Hauptprobleme des archäologischen For- schens 4. Er wird gemeinhin – wenn auch etwas unglücklich – mit dem Begriff der Analogienbildung gleichgesetzt. Als wissenschaftlicher Begriff steht er in seiner wissenschaftsphilosophischen Dimension für das Prinzip der Anregung: Im Sinne einer Heuristik (= Lösungsfindung) soll er eine theoretische Annahme veranschau- lichen oder stützen. Im Rahmen der archäologischen Analogiendiskussion wurden in einer Vielzahl von Aufsätzen in den letzten Jahrzehnten unzählige Aspekte zusammengetragen und Konzepte entwickelt, etliche Bezeichnungen vergeben, definiert, verworfen und neu definiert (vgl. Glossar). Dennoch hat bis heute eigentlich niemand ein grei- fendes, d. h. allgemein verbindliches terminologisches Gesamtkonzept vorgelegt. Dieses führte in der Vergangenheit zu einer nicht zu unterschätzenden sprachli- chen Komplexität, die in dieser Form dem archäologischen Vergleich als einem der grundlegenden Werkzeuge der archäologischen Forschung nicht gerecht wird. In diesem Zusammenhang ist im Hinblick auf die Gesamtdiskussion eine sprachliche Fokussierung auf das Problem der „Analogienbildung“ zu be- obachten, die einerseits in den letzten Jahrzehnten ein reges publizistisches Inte- resse hervorgerufen hat (vgl. Index) und andererseits z. T. als zu banal angesehen wird und deshalb innerhalb der Fachwelt eine grundsätzliche Ablehnung erfährt. Im Speziellen wurde hierbei auf ethnografische Analogien oder Parallelen Bezug genommen. Diese Kritik ist im Grunde genommen völlig unverständlich, da man das Ge- samtproblem lediglich an diesem Teilaspekt festmacht, es dann als pars pro toto diskutiert, um es anzunehmen...

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