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Die Berücksichtigung des Kindeswohls im Zusammenhang mit der Scheidung

Eine besondere Betrachtung des deutschen IPR im Vergleich zu den Rechtsordnungen der arabischen Länder

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Ghida Bawadkji

Diese vergleichende Arbeit beschäftigt sich mit der Untersuchung eines zentralen Begriffs des Kindschaftsrechts, nämlich des Kindeswohls, im Kontext des Sorge- und Umgangsrechts der Eltern im Falle der Scheidung gemischt nationaler Ehegatten. Ausführlich werden die Fragen der Kindeswohlberücksichtigung sowohl im innerstaatlichen Sachrecht (in materiell-rechtlicher und verfahrensrechtlicher Hinsicht) als auch im internationalen Zivilverfahrens- und Privatrecht untersucht. Methodisch werden zunächst die entsprechenden Lösungen des deutschen Rechts unter Einschluss des europäischen Rechts und völkerrechtlicher Vereinbarungen ausgeführt, um sie danach dem arabischen Recht, insbesondere dem syrischen Recht, gegenüberzustellen und die Unterschiede deutlich hervortreten zu lassen. Mit dieser Arbeit verbindet sich die Hoffnung, dass sie durch die Aufdeckung von Schwachstellen und die Formulierung juristischer Lösungsvorschläge zu Veränderungen der Anschauungen und zur Verbesserung der Rechtstellung des Kindes im arabischen Familienrecht beiträgt.

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Zusammenfassung

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Die wesentlichen Erkenntnisse dieser Arbeit lassen sich wie folgt zusammenfassen: – Aus Art. 3 UN-KRK891 lässt sich entnehmen, dass die Notwendigkeit, eine Sorgerechtsentscheidung im Fall der Scheidung entsprechend dem Kindes- wohl zu treffen, nicht nur auf inländischer Ebene Beachtung findet, sondern auch auf internationaler Ebene. – Materiellrechtliche rechtspolitische Wertungen haben einen erheblichen Ein- fluss auf das IPR eines Staates. Die Regelungen des IPR entstehen in Übereins- timmung mit den Grundwerten, die im materiellen Recht herrschen. Die inter- nationalen Familienrechte der arabischen Rechtsordnungen sind wie ihre natio- nalen Familienrechte von dogmatischen Ansichten geprägt. Diese Rechte haben mit den internationalen rechtlichen Entwicklungen aber nicht Schritt gehalten. Da sich die religiösen Hintergründe negativ auf das Kindschaftsrecht auswir- ken, bleibt das Recht in diesen Staaten weit hinter den aktuellen Tendenzen des modernen Kindschaftsrechts zurück. – Die Unbeachtlichkeit des Kindeswohls im syrischen Recht bei rein nationa- len Sachverhalten findet sich wieder im internationalen Bereich. Das Problem der fehlenden Berücksichtigung des Kindeswohls im Rahmen des syrischen IPR liegt also bereits im nationalen materiellen Recht begründet und sollte auch dort behoben werden, sonst bleibt der Gesichtspunkt des Kindeswohls im internationalen Privatrecht Syriens ohne Belang. – Die Beachtung des Kindeswohls im deutschen Recht bei inländischen Sach- verhalten bewirkt auch eine weitgehende Berücksichtigung dieses Aspekts auf der internationalen Ebene. Die Analyse der Regelungen des internationa- len Zuständigkeits-, des Anerkennungs- und des Kollisionsrechts beider Rechtsordnungen zeigt deutlich, dass das deutsche internationale Familien- recht trotz Vorliegens einiger Lücken dem Kind einen größeren...

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