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Wörter für die Katz?

Martin Walser im Kontext der Literatur nach 1945

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Edited By Miriam Seidler

Martin Walser ist ein unbequemer Autor. Diese Eigenschaft kam in den letzten Jahren vor allem in der Walser-Bubis-Debatte um die Erinnerung an den Holocaust und in seiner Abrechnung mit der Literaturkritik in dem Roman Tod eines Kritikers zum Ausdruck. Dass Martin Walser seine literarische Produktion durch eine intensive Beschäftigung mit dem Werk von Kollegen und die theoretische Auseinandersetzung mit Gattungsfragen begleitet, ist kaum bekannt. Der Sammelband geht dieser unbekannten Seite des Autors nach und zeigt Facetten der kritischen Auseinandersetzung in seinem Werk auf.

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CHRISTINA RAUPACH: Die Ohnmacht des Individuums im Fokus moderner Medien: Literarische Auseinandersetzungen Heinrich Bölls und Martin Walsers mit der ›vierten Gewalt‹

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CHRISTINA RAUPACH Die Ohnmacht des Individuums im Fokus moderner Medien: Literarische Auseinandersetzungen Heinrich Bölls und Martin Walsers mit der ›vierten Gewalt‹ Moderne Medien in Beziehung zur Wirklichkeit und Literatur Die Bezeichnung der Medien als ›vierte Gewalt‹ ist geläufig und zeigt, welche Macht den verschiedenen Organen der Informations- und Unterhaltungsmedien in einem demokratischen System zugemessen wird. Sie ist als Analogie zu ver- stehen, welche die Medien in Beziehung zu den drei existierenden Staatsge- walten Legislative, Exekutive und Judikative setzt.1 Durch den Prozess der ge- zielten Auswahl, Darstellung und Bewertung von berichtenswerten Nachrichten etwa durch eine Tageszeitung kann die Wirklichkeit nie objektiv abgebildet werden. Dann liegt immer schon eine Interpretation dieser von den jeweiligen Nachrichtenmachern vor.2 So wird deutlich, dass Medien durch die von ihnen dargestellten und interpretierten Themen weniger eine Abbildung der Wirklich- keit liefern, vielmehr tragen sie dazu bei, eine ›öffentliche Meinung‹ über politische, kulturelle und gesellschaftliche Ereignisse zu konstruieren.3 Diese Macht der ›vierten Gewalt‹ kann positive Formen annehmen, etliche Beispiele lassen sich im investigativen Journalismus finden, in denen Medien eine aufklä- rende Funktion, befreit von fremden Interessen einnehmen. Jedoch kann diese Sonderstellung auch ausgenutzt werden. Eben mit diesem Missbrauch der journalistischen Freiheit beschäftigt sich der Beitrag. Die kontinuierliche Ausbreitung der Zeitung und des Fernsehens zeigt deren feste Verankerung als Informations- und Unterhaltungsmedien in unserer Gesellschaft. Das Erscheinen des ersten deutschsprachigen Printmediums ist auf das Jahr 1605 datiert.4 Damals begann der Straßburger Drucker Johann Carolus seine bis dahin handschriftlich verbreiteten Nachrichten unter dem Titel Relation:...

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