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Agentenbasierte Modelle für empirische Wechselkurse

Ökonometrische Schätzung und Evaluierung

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Vahidin Jeleskovic

Empirische Analysen liefern eine überwältigende Fülle von Hinweisen, dass das Verhalten der Agenten auf Finanzmärkten durch Standardmodelle nicht hinreichend abzubilden ist. Dies führte zur Entwicklung neuer sogenannter Agentenbasierter Modelle (ABM), die versuchen, eben das jeweilige Verhalten heterogener Agenten mithilfe computergestützter Simulationen zu modellieren. Es zeigte sich, dass ABM durchaus in der Lage sind, viele empirische stilisierte Fakten der Wechselkurse qualitativ zu erklären. Trotzdem gab es bisher keine universelle Schätzmethode, mit der man die Parameter der ABM schätzen konnte. Ziel der Arbeit ist es, diese Lücke zu schließen, was durch die Entwicklung einer verallgemeinerten simulationsbasierten Schätzmethode erfolgte, welche auf drei ABM und drei empirische Wechselkurse angewandt wurde. Wegen der Monte-Carlo-Varianz und lokaler Minima war dabei die Anwendung der heuristischen Optimierung unabdingbar.

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5. Agenten-basierte Modelle (ABM) 89

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5. Agenten-basierte Modelle (ABM) In den letzten Jahren gewann die Analyse der Finanzmärkte mit Hilfe von Agenten- basierten Modellen immer stärker an Attraktivität, weil gezeigt werden konnte, dass mit diesem Ansatz typische Eigenschaften von realen Finanzmärkten repro- duziert werden können, die anders (z. B. mit klassischen Gleichgewichtsmodellen oder Zeitreihenmodellen) nur schwer beschreib- bzw. erklärbar sind. Zudem verdeutlicht die stetig wachsende Zahl an veröffentlichten Arbeiten zu diesem Thema das Interesse und die Bedeutung, die dieser Fragestellung von der in- ternationalen Forschergemeinschaft beigemessen wird. Ein aktueller Überblick über Agenten-basierte Modelle und ihre Eignung, einen Erklärungsbeitrag für verschiedene ökonomische Fragestellungen zu leisten, wird in dem Sammelwerk über Agenten-basierte computergeschtützte Ökonomie: „Handbook of Computa- tional Economics: Agent-Based Computational Economics“, herausgegeben von L. Tesfatsion und K.L. Judd (2006), vorgestellt. Um theoretische Ansätze für Agenten-basierte Modelle zu erklären, muss man zuerst eine Klassifikation der Modelle vornehmen. Die computergestützte und/oder Agenten-basierte Ökonomie ist aber eine relativ neue Disziplin, so dass eine all- gemein gültige Klassifikation bisher nicht gegeben ist. In der aktuellen Litera- turanalyse konnten mindestens drei verschiedene Kriterien zur Einteilung von Agenten-basierten Modellen identifiziert werden. Die ständig wachsende Anzahl sowohl neuer als auch Erweiterungen und Verbesserungen schon vorgestellter und diskutierter Agenten-basierten Modelle erschwert dabei eine abschließende Klas- sifizierung. Nichtsdestotrotz wird hier eine grobe Klassifizierung unternommen, die den Überlegungen von Hommes (2006) und LeBaron (2006) folgt. Die erste Einteilung erfolgt anhand der modellierten Typen von Finanzmarktakteuren. So konnte man zwischen...

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