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Sprachmythen – Fiktion oder Wirklichkeit?

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Edited By Lieselotte Anderwald

Die Beiträge in diesem Band untersuchen Mythen und Mythenbildung im Reiche der Sprache: Hat Englisch wirklich keine Grammatik, ist Latein logischer als andere Sprachen, verdirbt das Internet die Sprache, und werden Fragen immer mit ansteigender Intonation gesprochen? Die Beiträge kommen aus der Germanistik, Anglistik, Romanistik, Latinistik, Frisistik sowie der experimentellen Phonetik. Sie beschäftigen sich mit historischen und gegenwärtigen Sprachen, mit Teilbereichen der Grammatik sowie der Aussprache und untersuchen Dialekte, Dialektwahrnehmung, gesprochene und geschriebene Sprache sowie Sprache im Internet.

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Vorwort

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1. Mythos und Sprachmythos Dieser Sammelband ist aus der fachübergreifenden linguistischen Ringvorlesung „Sprachmythen – Fiktion oder Wirklichkeit?“ erwachsen, die ich im Sommer- semester 2010 an der Christian-Albrechts-Universität Kiel organisiert habe, und die auf große Resonanz bei studentischem Publikum wie auch bei der interes- sierten Öffentlichkeit stieß. Montagabend für Montagabend stellten die Kieler Sprachwissenschaftler und illustre Kollegen aus dem In- und in einem Fall auch aus dem Ausland ihr Handwerk unter Beweis und ließen den einen oder anderen Sprachmythos wie einen angepieksten Luftballon in sich zusammensacken. Die- ser Sammelband soll dem Nachlesen wie Nachdenken dienen, und in seiner verschriftlichten Form auch noch einmal Querbezüge sichtbar machen, die in der Nichtgleichzeitigkeit der Vorträge vielleicht verborgen blieben. Wie EISENBERG im ersten Beitrag zu diesem Sammelband schreibt, eröffnet der Begriff Mythos natürlich ein weites Feld. Wir verwenden den Begriff in die- sem Buch weder in seinem philosophischen, anthropologischen, ethnologischen, kulturwissenschaftlichen oder psychologischen Sinne, sondern in seiner neueren umgangssprachlichen Bedeutung, die besonders den fiktionalen Charakter von Mythen betont. Eine ggf. übergreifend sinnstiftende Rolle für die Gesellschaft (im Sinne einer Ideologie) wird hier nicht zwingend postuliert. Umgangssprachlich lassen sich zwei Verwendungsweisen von Mythos aus- machen: zum einen verstehen wir Mythos als „glorifizierte Sache oder Gegeben- heit, die legendären Charakter hat“ (nach DUDEN); ein neueres Beispiel unter vielen wäre der zum Tunneldurchbruch vielfach beschworene Mythos Gotthard – der glorifizierende Charakter kommt gut im Untertitel einer Fernsehdokumen- tation zum Ausdruck: „Mythos Gotthard – mehr als ein Pass“ (ZDF, Oktober...

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