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Kindheit in der Funktionale

Ambivalenzen ihres Wandels in disziplinären und professionellen Perspektiven

Edited By Sandro Bliemetsrieder and Susanne Dungs

Die Publikation diskutiert Chancen und Gefahren des Wandels von Kindheit in postindustriellen westlichen Gesellschaften. Dem Trend zur Funktionalisierung, der sich gegenwärtig beispielsweise in Kompetenzorientierung und Biologisierung zeigt, wird ein Begriff von Kindheit gegenübergestellt, der auf ‘Früheres’ (Moratorium) produktiv Bezug nimmt, ohne in eine einseitige Kulturkritik zu münden. Erziehung und kindlicher Eigensinn, Vernunft und Sinnlichkeit bedürfen eines offenen Randes, um nicht simultan von den Funktionalismen der Arbeitswelt adaptiert zu werden. Die Publikation sammelt die Vorträge und Diskussionen einer Ringvorlesung, die im Wintersemester 2010/11 an der Fachhochschule Kärnten stattfand und diesen Wandel von Kindheit in Gestalt eines Theorie-Praxis-Diskurses reflektierte.

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Kindheit in der Funktionale – Einleitende Bemerkungen

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Kindheit in der Funktionale Einleitende Bemerkungen HerausgeberInnenteam Kindheit in der Funktionale Der verinnerlichte gesellschaftliche Druck, dem ein Individuum ausgesetzt ist, lässt glauben, dass der Grad der Ausbildung bzw. der berufliche Werdergang ein Maß für die menschliche Würde sei. Fraglich ist jedoch, ob die ständige Sorge um die Zukunft die persönliche Entwicklung nicht stark einschränkt und es den Einzelnen verwehrt, überhaupt aus einer Überforderung zu flüchten oder dieser vorzubeugen. Burnout und Depressionen werden so zum Massenphänomen (vgl. Ehrenberg 2004). Der Gedanke „Ohne Arbeit keine Zukunft“ ist tief in den ge- sellschaftlichen AkteurInnen verankert. Die Angst vor einem finanziellen, sozia- len oder – grob gefasst – einem gesellschaftlichen Abstieg zwingt einen quasi, an zusätzliche Hilfsmittel zu denken. Hier ist neben Frühförderung, Aufmerk- samkeitstuning, Coaching auch der Konsum von Dopingmitteln zu vermerken (sogen. Neuro-Enhancement). Jeder und jede will der Beste, die Schlauste, der Schnellste und die Schönste sein (oder auch das beste, schönste, schnellste… Kind haben). – Nur, wenn wir es tatsächlich in Betracht ziehen, uns mit Psycho- techniken und Medikamenten zu pushen, um den Anforderungen zumindest an- nähernd zu genügen, vergessen wir, dass es früher oder später wir selbst sind, die die Kontrolle darüber verlieren, was wir überhaupt machen wollen und viel schlimmer noch, darüber, wer wir sind. Bereits bei der Wahl des Kindergartens werden Eltern angehalten oder hal- ten sich selbst dazu an, darauf zu achten, dass ihr Kind die Möglichkeit hat, viel...

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