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Bach-Interpretationen – Nationalsozialismus

Perspektivenwandel in der Rezeption Johann Sebastian Bachs

Eduard Mutschelknauss

In diesem Buch werden zentrale Verknüpfungen zwischen den Bach-Interpretationen und der NS-Ideologie untersucht. Die Detailschärfe basiert auf zahlreichen Originaldokumenten aus Archiven sowie auf literarischen Zeugnissen. Erstaunlicherweise reichen einige der relevanten Quellen bis weit vor die Zeit des NS-Regimes zurück. Der Autor zeichnet zudem nach, wie subtil einzelne Geschichtsmotive innerhalb der historischen Diskurse fortgeführt werden: Diese werden beibehalten, gebündelt, durch neue Inhalte ergänzt und verändert, sodann zunehmend ideologisch verdichtet. Die Reflexion der facettenreichen Bach-Geschichtsschreibung betritt neben den nationalen Deutungshorizonten das Feld noch heiklerer Aspekte, etwa der Rassenideologie oder des Antisemitismus, wie sie uns besonders um die Zeit des NS-Machtantritts und im Deutschen Reich unter Hitler in den literarischen Bach-Interpretationen begegnen.

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522 523 1 Abbildung 1: Arnold Schering schreibt am 26. November 1933, ohne lange Behördenumwege zu wählen, direkt an Reichspropagandaminister Joseph Goebbels; BA, R 55/1141, fol. 184. 524 2 Abbildungen 2 und 3: Günther Ramin ersucht Ende Dezember 1933 das Auswärtige Amt mit seiner „Bitte um eine grundsätzliche Auskunft“ darüber, ob seine „Konzertreise im Interesse der deutschen Kultur-Propaganda erwünscht ist“; BA, R 55/1177, fol. 74 und 75. 525 3 526 4 Abbildung 4: Im August 1934 richtet sich Günther Ramin dann an das Goebbels unterstellte Ministerium und behält in dem handschriftlich aufgesetzten Brief, jetzt unmittelbar passend für den Adressaten, die Wendung der zuvor erwähnten „Kultur-Propaganda“ bei; BA, R 55/1184, fol. 63. 527 5 Abbildungen 5 und 6: Karl Straube, der amtierende Leipziger Thomaskantor in der Traditionsfolge Johann Sebastian Bachs, präsentiert am 31. Januar 1935 dem Rat die Programmvorarbeit für die umfangreichen Bach-Feierlichkeiten des gleichen Jahres; StAL, Kap. 32, Nr. 30, Beiheft 3, fol. 58. 528 6 529 7 Abbildungen 7 und 8: Auszüge der zentralen Goebbels-Rede in der Philharmonie zu Berlin, gehalten anlässlich der feierlichen Kundgebung der Reichsmusikkammer im März 1935, um das große Bach-Händel-Schütz-Gedenkjahr in die nationalsozialistische Propagandastrategie zu integrieren; MiZ 3, 1935, Nr. 14, S. 2 und 3. 530 8 531 9 Abbildungen 9–11: Amtinternes Gutachten Wolfgang Boettichers zu der 1938 erschienenen Monographie von Hans Besch, die, trotz mancher zweifelsfrei ideologie- belasteter Passagen, gerade hinsichtlich theologischer Fragestellungen der...

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