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Bildung und soziale Differenzierung in der Gesellschaft

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Edited By Dieter Kirchhöfer and Christa Uhlig

Trotz des mittlerweile populären Wissens über die Wechselwirkung zwischen sozialer Herkunft und Bildungschancen scheint eine grundlegende Reform des Bildungswesens in Deutschland nach wie vor schwierig. Parteipolitische Interessenkonflikte, halbherzige Reformideen, bildungsbürgerliches Besitzstandsdenken und tradierte Vorbehalte gegenüber international anerkannten Erfahrungen mit integrativen Bildungssystemen hemmen die Möglichkeit, Bildung zu einem wichtigen Faktor sozialer Integration und Chancengleichheit zu entwickeln und einer zunehmenden sozialen Spaltung der Gesellschaft entgegenzuwirken. In den Beiträgen des Bandes werden aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven Hintergründe und Problemlagen dieser Situation erörtert und Alternativen diskutiert. Dabei bildet Schule ein maßgebliches, aber keineswegs alleiniges Element der Bildungsorganisation einer Gesellschaft.

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Begrüßung durch den Präsidenten der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin, Prof. Dr. Dieter B. Herrmann

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7 Begrüßung durch den Präsidenten der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin Prof. Dr. Dieter B. Herrmann Meine Damen und Herren, mit dem heutigen Kolloquium greift die Leibniz-Sozietät gemeinsam mit der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung einen der wichtigsten Prob- lemkreise des Bildungswesens auf, der nicht nur für Deutschland oder Europa relevant ist, sondern globale Bedeutung besitzt. Die Frage des gleichberechtig- ten Zugangs zu Bildung, unabhängig von der sozialen Herkunft, ist letztlich die Frage nach der gleichberechtigten Teilhabe aller Menschen an der Gestaltung der Zukunft. Aus meiner Sicht wurde und wird dieser Themenkreis bisher zu stark unter dem Gesichtspunkt der finanziellen Ressourcen der verschiedenen sozialen Schichten der Gesellschaft betrachtet. Daraus folgen weitreichende po- litische Entscheidungen, etwa dahin gehend, dass kostenloser Zugang zur Bil- dung das Problem aus der Welt schaffen könne. Die Bildungsexplosion, die auch in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten stattgefunden hat und die sich u.a. in dem Anteil der Schülerinnen und Schüler niederschlägt, die heutzu- tage ein Abitur ablegen, ist tatsächlich enorm gewachsen. Dennoch ist die Be- nachteiligung von Kindern aus bildungsfernen Schichten, die zumeist auch zu- gleich die sozial benachteiligten Schichten darstellen (ob mit oder ohne Migrati- onshintergrund, spielt dabei zunächst keine Rolle), nicht beseitigt worden. Das müsste die politisch Verantwortlichen eigentlich erkennen lassen, dass die Be- reitstellung finanzieller Mittel allein offensichtlich dem Grundübel nicht an die Wurzel zu gehen vermag. Als Astronomiehistoriker habe ich mich in einer Studie erstmals einer Frage zugewendet, die...

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