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Bildung und soziale Differenzierung in der Gesellschaft

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Edited By Dieter Kirchhöfer and Christa Uhlig

Trotz des mittlerweile populären Wissens über die Wechselwirkung zwischen sozialer Herkunft und Bildungschancen scheint eine grundlegende Reform des Bildungswesens in Deutschland nach wie vor schwierig. Parteipolitische Interessenkonflikte, halbherzige Reformideen, bildungsbürgerliches Besitzstandsdenken und tradierte Vorbehalte gegenüber international anerkannten Erfahrungen mit integrativen Bildungssystemen hemmen die Möglichkeit, Bildung zu einem wichtigen Faktor sozialer Integration und Chancengleichheit zu entwickeln und einer zunehmenden sozialen Spaltung der Gesellschaft entgegenzuwirken. In den Beiträgen des Bandes werden aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven Hintergründe und Problemlagen dieser Situation erörtert und Alternativen diskutiert. Dabei bildet Schule ein maßgebliches, aber keineswegs alleiniges Element der Bildungsorganisation einer Gesellschaft.

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Bildungspolitische und theoretische Zugänge

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13 Dieter B. Herrmann Über die soziale Herkunft der bedeutendsten Astronomen des 18. - 20. Jahrhunderts Eine soziologische Analyse des „Source Book of Astrono- my and Astrophysics“ Zusammenfassung Die Studie untersucht den sozialen Hintergrund der erfolgreichsten Astronomen, Astrophysiker und Physiker des 20. Jahrhunderts. Als Indikator für deren Erfolg wird die Aufnahme ihrer Arbeiten in das „Source Book of Astronomy and Astrophysics 1900 - 1975“ herangezogen. Die Daten über die soziale Situation der insgesamt 202 Protagonisten zur Zeit ihres Karrierebeginns wurden aus ein- schlägigen biographischen Dictionaries sowie durch persönliche Befragungen gewonnen. Die soziale Klassifikation erfolgte nach dem drei-Schichten-Modell von Engel, Blackwell und Kellat. Ergänzend werden auch bedeutende Astrono- men früherer Jahrhunderte auf ihre soziale Herkunft untersucht. Im Ergebnis zeigt sich, dass die überwiegend meisten herausragenden Astronomen während des gesamten Untersuchungszeitraumes aus der oberen Mittelschicht stammen. Einleitung Die soziale Herkunft von Wissenschaftlern scheint die Historiker wenig zu inte- ressieren. Jedenfalls beginnen die meisten kurz gefassten Biographien erst mit dem Studium der jeweiligen Protagonisten. Dabei kann die soziale Herkunft be- deutender Wissenschaftler als ein direkter Indikator für die Rolle der Her- kunftsbedingungen beim Zugang zu Bildung betrachtet werden, wobei insbe- sondere der Aufstieg in die Reihe der herausragenden Wissenschaftler zugleich auch Rückschlüsse auf sozial bedingte Auswahleffekte während des weiteren akademischen Karriereprozesses nach dem Abschluss des Studiums gestattet. Auf dieses Problem bezogene und zum Teil sehr detaillierte Untersuchungen liegen aus jüngerer Zeit vor allem zum Geschlechterverhältnis im Hochschul- karriere-Prozess vor. So ist...

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