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Hermann Hesse-Handbuch

Quellentexte zu Leben, Werk und Wirkung

Jürgen Below

Das Handbuch verbindet Repertorium mit Verzeichniswerk. Im ersten primärliterarischen Abschnitt widerspiegelt sich chronographisch die Publikationsgeschichte von Hesses Werk und seinen Lebensstationen durch Rezensionen, Selbstzeugnisse und Zitate aus seinen Briefen, die im zeithistorischen Kontext stehen. Dagegen orientiert sich der zweite Abschnitt an Sachverhalten und thematischen Ordnungsstrukturen über das sekundäre Schrifttum zur Forschung, Komparatistik, Beziehungsstrukturen und Reproduktionen in der wissenschaftlichen Publizistik, den medialen Vermittlungsträgern und institutionellen Aktivitäten. Diese sind durch Quellentexte belegt und informieren über den Verlauf der verschiedenen Rezeptionsverläufe und -formen bis in die Gegenwart. Das Kompendium erfasst durch seine systematische Quellenerschließung aus Wissenschaft und Journalistik Monographien, Aufsätze und unselbständige Publikationen, die zur Beurteilung der Relevanzen der Wirkung des Werkes und des literarischen Kraftfelds zwischen Autor und Rezipienten notwendig sind. Bibliographische Annotationen verdichten die umfangreiche Materialiensammlung.

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5. „Die Welt der Bücher“

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498 5.1 Herausgebertätigkeit Der Dichter sah im Geschriebenen, das in der Gestalt des Buches Denken und Leben nachvollziehbar widerspiegelt, eine magische Kraft zur Besitzergreifung von Wissen und Geschichte durch Geist. So war auch zwangsläufig sein Kontakt zu Verlegern und Verlagen eng, freundschaft- lich und im Dialog in der Sache durchaus kontrovers geprägt. Hesses Herausgebertätigkeit geht auf die Gaienhofener Zeit zurück. Bei einem Besuch von Ludwig Thoma und dem Verleger Albert Langen in Gaienhofen im Mai 1906 be- sprach man gemeinsam den Plan der Herausgabe einer Zeitschrift für Kultur. Die Zeit- schrift, die den Namen „März“ trug, erschien erstmals 1907, wurde zusammen mit Kurt Aram bis 1912 herausgegeben und war eine der erfolgreichsten Zeitschriften des späten Kaiserreichs. Ab 1913 bis 1917 wurde sie von Theodor Heuss als Redakteur übernom- men. Hesse sah sich als junger Schriftsteller ausgerüstet genug, um mit dem umfassen- den Wissen der Weltliteratur, sich aktiv in der Publizistik zu betätigen. Aus dem breit angelegten Fundus der Kenntnisse war es für ihn auch nicht schwierig, eine Auswahl für Buchausgaben zu treffen. Dabei konzentrierte er sich im Wesentlichen auf den Le- sestoff der Romantiker und volkstümliches Schrifttum, das die zwischen 1909 und 1914 erschienenen Bücher kennzeichnet: u.a. von Arnim, Eichendorff, Mörike und Jean Paul. Mit der ab 1915 in Bern begonnenen Zusammenarbeit mit Professor Richard Woltareck in der Kriegsgefangenenfürsorge erweiterte und verlagerte sich das Spektrum der Her- ausgaben auf zielorientierte Publikationen, die zur Betreuung...

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