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Sprachwissenschaft für den Alltag

Ein Kompendium- 2., überarbeitete und erweiterte Auflage - Unter Mitarbeit von Alexander Gräbner

Hartmut Heuermann

Wir lieben unsere Sprache. Aber kennen wir diese scheinbar so selbstverständliche Sache, mit der wir täglich umgehen? Wissen wir, welch vielschichtiges Gebilde sie in Wirklichkeit darstellt? Ahnen wir die Mannigfaltigkeit und die Feinheiten, die sie offenbart, sobald man die Oberfläche verlässt und den Phänomenen auf den Grund geht. Was zum Beispiel ist ein Symbol, und wie unterscheidet es sich von einer Metapher? Was versteht man unter Ethnolekt und was ist seine Beziehung zum Idiolekt und Dialekt? Was hat es mit Pidgin auf sich? Sprachwissenschaft für den Alltag ist ein Kompendium, das sprachwissenschaftliches Wissen für den Hausgebrauch vermittelt. In dieser 2., überarbeiteten und erweiterten Auflage werden rund 160 Schlüsselbegriffe erläutert, die das Medium dem Nutzer näher bringen und der Welt der Sprache Profil verleihen. Eine praktische Handreichung für alle, die mit Sprache umgehen und ihre Kenntnisse verbessern möchten. Eine nützliche Lektüre zu einer Zeit, in der es um die deutsche Sprache offenkundig nicht zum Besten steht.
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Denglisch (zusammengezogen aus Deutsch und Englisch) dient als populärer Begriff zur Bezeichnung einer Mischsprache, in der das lexikalische System der deut- schen Sprache zunehmend von englischen Wörtern, Begriffen, Floskeln, Slo- gans und Idiomen infiltriert wird. Die Verursacher dieser Infiltration, die hauptsächlich das Vokabular, selten die Syntax betrifft, sind einerseits Ju- gendliche, die sich bei der Verwendung solcher Elemente „hip“ dünken, an- dererseits bestimmte Berufsgruppen (Werbefachleute, Banker, Finanzexper- ten, Sportjournalisten, Popmusiker), die sich bei internationalen Kontakten besonders anfällig für die (meist unreflektierte) Übernahme von englischen Elementen sind. Mittlerweile gibt es über 8000 registrierte Fälle lexikalischer Übernahme im Deutschen. Das Phänomen ist unter Sprachwissenschaftlern, Pädagogen, Kulturkritikern und Bildungspolitikern äußerst umstritten: Wäh- rend es auf der einen Seite als Symptom eines natürlichen und unvermeidli- chen Sprachwandels (Folge der Dominanz von Englisch als → „Weltspra- che“) betrachtet wird, gilt es auf der anderen Seite als beklagenswerter „Ver- rat“ an der Muttersprache und als Indiz für Sprachverfall. Denglisch hat Pen- dants im Französischen (Franglais), im Italienischen (Italianglo), im Spani- schen (Spanglish) sowie im Chinesischen (Chinglish). Denotation Von lat. denotare = bezeichnen. Begriff aus der Bedeutungslehre (→ Seman- tik), der die lexikalisch festgelegte Bedeutung eines Wortes im Unterschied zur „mitschwingenden“ Bedeutung (→ Konnotation) bezeichnet. Zum Bei- spiel ist die Denotation des Wortes „Neger“ (von lat. niger = schwarz) die eines Menschen mit schwarz oder dunkelbraun pigmentierter Haut ethnolo- gisch neutral definiert, während seine Konnotation (besonders bei Rassisten) die eines minderwertigen, bösen, verworfenen, heidnischen oder triebhaften...

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