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Sprachwissenschaft für den Alltag

Ein Kompendium- 2., überarbeitete und erweiterte Auflage - Unter Mitarbeit von Alexander Gräbner

Hartmut Heuermann

Wir lieben unsere Sprache. Aber kennen wir diese scheinbar so selbstverständliche Sache, mit der wir täglich umgehen? Wissen wir, welch vielschichtiges Gebilde sie in Wirklichkeit darstellt? Ahnen wir die Mannigfaltigkeit und die Feinheiten, die sie offenbart, sobald man die Oberfläche verlässt und den Phänomenen auf den Grund geht. Was zum Beispiel ist ein Symbol, und wie unterscheidet es sich von einer Metapher? Was versteht man unter Ethnolekt und was ist seine Beziehung zum Idiolekt und Dialekt? Was hat es mit Pidgin auf sich? Sprachwissenschaft für den Alltag ist ein Kompendium, das sprachwissenschaftliches Wissen für den Hausgebrauch vermittelt. In dieser 2., überarbeiteten und erweiterten Auflage werden rund 160 Schlüsselbegriffe erläutert, die das Medium dem Nutzer näher bringen und der Welt der Sprache Profil verleihen. Eine praktische Handreichung für alle, die mit Sprache umgehen und ihre Kenntnisse verbessern möchten. Eine nützliche Lektüre zu einer Zeit, in der es um die deutsche Sprache offenkundig nicht zum Besten steht.
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Emblem, Emblematik Von gr. emblema = Eingefügtes. Ein Bildzeichen mit einem festen, eng be- grenzten Sinngehalt, das bestimmte Gruppen als Identitäts- und Repräsentati- onsmerkmal benutzen. Bäcker verwenden traditionellerweise eine stilisierte Bretzel vor ihrer Bäckerei, Schmiede zeigen Hammer und Amboss, Gaststät- ten einen Bierkrug oder Weinpokal. Adelsfamilien führen meist Embleme mit heroischen Bildmotiven (Adler, Löwe, Drache, Greif, Schwert, gepanzerte Faust u. dgl.) in ihrem Familienwappen, um sich optisch kenntlich zu ma- chen. (Hier überschneidet sich die Emblematik mit der Heraldik, der Wap- penkunde.) Einige Nationen führen Embleme in ihren Nationalflaggen und legen auf diese Weise (wie die frühere Sowjetunion mit Hammer und Sichel) politische Bekenntnisse ab. Die Emblematik als Kunst der Anfertigung und Gestaltung von Emblemen stand im Mittelalter bis in die Renaissance hoch im Kurs. Heute spielt sie nur mehr eine untergeordnete Rolle, findet sich ge- legentlich aber noch in der Werbung (z. B. bei der Präsentation von Firmen- Emblemen). Der Unterschied zwischen → Symbol und Emblem besteht in dem eng definierten, konstanten Bezug des Emblems gegenüber einer „freie- ren“ Bedeutung des Symbols. In der Verwendung von Emblemen spiegelt sich historisch und psychologisch die Vormacht des konkret Bildhaften ge- genüber dem abstrakt Sprachlichen. → Logo. Ethnolekt Im Unterschied zum → Dialektbegriff, der Mundarten bezeichnet, und → So- ziolekt, der Gruppensprache beschreibt, wird von Ethnolekt gesprochen, wenn sich durch multikulturelle Einflüsse „Sprachinseln“ (hauptsächlich in bestimmten Großstadtvierteln) herausgebildet haben, die eigene, von der Eth- nie der Sprecher geprägte Sprachformen erkennen...

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