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Sprachwissenschaft für den Alltag

Ein Kompendium- 2., überarbeitete und erweiterte Auflage - Unter Mitarbeit von Alexander Gräbner

Hartmut Heuermann

Wir lieben unsere Sprache. Aber kennen wir diese scheinbar so selbstverständliche Sache, mit der wir täglich umgehen? Wissen wir, welch vielschichtiges Gebilde sie in Wirklichkeit darstellt? Ahnen wir die Mannigfaltigkeit und die Feinheiten, die sie offenbart, sobald man die Oberfläche verlässt und den Phänomenen auf den Grund geht. Was zum Beispiel ist ein Symbol, und wie unterscheidet es sich von einer Metapher? Was versteht man unter Ethnolekt und was ist seine Beziehung zum Idiolekt und Dialekt? Was hat es mit Pidgin auf sich? Sprachwissenschaft für den Alltag ist ein Kompendium, das sprachwissenschaftliches Wissen für den Hausgebrauch vermittelt. In dieser 2., überarbeiteten und erweiterten Auflage werden rund 160 Schlüsselbegriffe erläutert, die das Medium dem Nutzer näher bringen und der Welt der Sprache Profil verleihen. Eine praktische Handreichung für alle, die mit Sprache umgehen und ihre Kenntnisse verbessern möchten. Eine nützliche Lektüre zu einer Zeit, in der es um die deutsche Sprache offenkundig nicht zum Besten steht.
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Genus Lat. genus = Geschlecht. Während die Natur auf unserem Planeten (mit eini- gen Ausnahmen) die Existenz von zwei Geschlechtern, männlich und weib- lich, vorgesehen hat, können Sprachen von diesem Naturgesetz abweichen. Bei der Ausprägung des grammatischen Geschlechts von Lexemen treten al- lerlei Varianten auf. Während z. B. die englische Sprache mit der Verwen- dung des Artikels the auf die Festlegung eines grammatischen Geschlechts völlig verzichtet, kennt die deutsche Sprache mit der, die, das drei verschie- dene grammatische Geschlechter, die oft in keinerlei Beziehung zum natürli- chen Geschlecht der bezeichneten Objekte stehen. Alltagssprachlich ist es der Hund und die Katze, obwohl es sich im konkreten Fall um eine Hündin und einen Kater handeln kann. Und es ist – gleichermaßen absurd – geschlechts- neutral das Kind, auch wenn es dergleichen biologisch nicht gibt. Ein ähnli- cher Fall: das (inzwischen obsolete) Fräulein, welches im Unterschied zur spanischen señorita und italienischen signorina zur grammatischen Ge- schlechtsneutralität, sprich Sächlichkeit, verdammt war, während ihre Pen- dants sich seit jeher einer Entsprechung von natürlichem und grammatischem Geschlecht erfreuen können. Der Beispiele gibt es viele: So ist kulturanthro- pologisch kurios, dass die meisten Sprachen den Mond als weiblich und die Sonne als männlich designieren, während die deutsche Sprache umgekehrt damit verfährt. Kurzum: Grammatisches und natürliches Geschlecht sind nicht identisch, von dem einen auf das andere schließen zu wollen, ist (meist) ein Fehlschluss. Gespräch Als grundlegend unter den kommunikativen...

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