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Sprachwissenschaft für den Alltag

Ein Kompendium- 2., überarbeitete und erweiterte Auflage - Unter Mitarbeit von Alexander Gräbner

Hartmut Heuermann

Wir lieben unsere Sprache. Aber kennen wir diese scheinbar so selbstverständliche Sache, mit der wir täglich umgehen? Wissen wir, welch vielschichtiges Gebilde sie in Wirklichkeit darstellt? Ahnen wir die Mannigfaltigkeit und die Feinheiten, die sie offenbart, sobald man die Oberfläche verlässt und den Phänomenen auf den Grund geht. Was zum Beispiel ist ein Symbol, und wie unterscheidet es sich von einer Metapher? Was versteht man unter Ethnolekt und was ist seine Beziehung zum Idiolekt und Dialekt? Was hat es mit Pidgin auf sich? Sprachwissenschaft für den Alltag ist ein Kompendium, das sprachwissenschaftliches Wissen für den Hausgebrauch vermittelt. In dieser 2., überarbeiteten und erweiterten Auflage werden rund 160 Schlüsselbegriffe erläutert, die das Medium dem Nutzer näher bringen und der Welt der Sprache Profil verleihen. Eine praktische Handreichung für alle, die mit Sprache umgehen und ihre Kenntnisse verbessern möchten. Eine nützliche Lektüre zu einer Zeit, in der es um die deutsche Sprache offenkundig nicht zum Besten steht.
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Mehrsprachigkeit (Multilingualismus) Der Begriff bezeichnet die Fähigkeit eines Sprechers, über die Muttersprache hinaus eine unterschiedliche Zahl weiterer Sprachen sprechen und schreiben zu können. In der Regel handelt es sich dabei um Fremdsprachen. Aber wenn – wie bei Bilingualen oder Multilingualen – eine zweite oder dritte Sprache simultan mit der Erstsprache erworben wird, können diese sprachpsycholo- gisch und sozial wie die Muttersprache fungieren und im optimalen Fall glei- che → Kompetenz ermöglichen. Sie werden vom Bewusstsein dann nicht als „Fremdsprachen“ empfunden. Zuweilen ist in der Literatur oder den Medien von Menschen die Rede, die – angeblich – fünf oder sechs oder mehr Spra- chen „perfekt beherrschen“, was unterstellt, dass diese „Sprachgenies“ so be- gabt (polyglott) sind, dass ihr Gehirn verschiedene Sprachsysteme nicht nur lernen und speichern, sondern auch jeweils situationsangemessen und unab- hängig voneinander anwenden kann. Hier ist Skepsis geboten. Empirische Untersuchungen zeigen, dass solche Menschen meist weit davon entfernt sind, die jeweiligen Sprachen wirklich zu beherrschen, d. h. deren Systeme im Gehirn soweit ausgebildet und neuronal verankert zu haben, dass es nicht zu → Interferenzen, Fehlern und Defiziten kommt. Im Regelfall handelt es sich um den Erwerb eher rudimentärer Kommunikationsformen. Sie ermögli- chen zwar eine Verständigung auf dem Alltagsniveau, aber keinen in jeder Hinsicht problemlosen und kompetenten Gebrauch der Sprachen in Wort und Schrift. Metapher, Metaphorik Von gr. metaphorein = woanders hintragen. Metaphernbildung ist die schöp- ferischste Methode in Sprache und Kunst, um ihre Ausdruckformen zu berei- chern und mit Bildern auszustatten. Metaphern begegnen uns in gro...

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