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Sprachwissenschaft für den Alltag

Ein Kompendium- 2., überarbeitete und erweiterte Auflage - Unter Mitarbeit von Alexander Gräbner

Hartmut Heuermann

Wir lieben unsere Sprache. Aber kennen wir diese scheinbar so selbstverständliche Sache, mit der wir täglich umgehen? Wissen wir, welch vielschichtiges Gebilde sie in Wirklichkeit darstellt? Ahnen wir die Mannigfaltigkeit und die Feinheiten, die sie offenbart, sobald man die Oberfläche verlässt und den Phänomenen auf den Grund geht. Was zum Beispiel ist ein Symbol, und wie unterscheidet es sich von einer Metapher? Was versteht man unter Ethnolekt und was ist seine Beziehung zum Idiolekt und Dialekt? Was hat es mit Pidgin auf sich? Sprachwissenschaft für den Alltag ist ein Kompendium, das sprachwissenschaftliches Wissen für den Hausgebrauch vermittelt. In dieser 2., überarbeiteten und erweiterten Auflage werden rund 160 Schlüsselbegriffe erläutert, die das Medium dem Nutzer näher bringen und der Welt der Sprache Profil verleihen. Eine praktische Handreichung für alle, die mit Sprache umgehen und ihre Kenntnisse verbessern möchten. Eine nützliche Lektüre zu einer Zeit, in der es um die deutsche Sprache offenkundig nicht zum Besten steht.
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Paralinguistik Von gr. para = neben + lat. lingua = Zunge. So wird ein Zweig der Sprach- wissenschaft bezeichnet, der nonverbale Phänomene untersucht, die die Spra- che begleiten und zu ihr gehören, aber nicht aus Informationsträgern wie Lau- ten, Wörtern und Sätzen bestehen. Paralinguistische Äußerungen fügen der Sprache kommunikative Aspekte hinzu, die normalerweise nicht kodiert sind, aber bedeutungsintensivierende oder -modifizierende Wirkung haben können. Dazu gehören Gestik und Mimik, die Lautstärke, das Sprechtempo, der Ton- fall, die Tonhöhe, eingefügte Pausen, der Artikulationsmodus (z. B. Flüstern) u. dgl. Solche Parasprache addiert sich gewissermaßen zur normal gespro- chenen Sprache und verleiht ihr individuelle Qualitäten. Sie sendet emotiona- le Signale aus, die eher Auskunft geben über die momentane Verfassung des Sprechers als dass sie unbedingt etwas zur übermittelten Information beitra- gen. In der Regel treten paralinguistische Äußerungen spontan und unreflek- tiert auf. Bei Schauspielern und Rednern können sie allerdings einstudiert sein und zur Intensivierung bestimmter rhetorischer Effekte eingesetzt wer- den. Performanz Von lat. performare = erbringen, leisten, vorführen. Bezeichnet im Unter- schied zur → Kompetenz die aktuelle Sprachleistung eines Sprechers/Schrei- bers. Die Rede eines Politikers, die wir hören, oder die Lesung eines Dichters, der wir lauschen, können wir — genau genommen — nur unter Performanz- Gesichtspunkten beurteilen, da die jeweilige Kompetenz für uns nicht unmit- telbar erfahrbar ist. Allerdings können wir normalerweise von der Performanz auf die Kompetenz rückschließen: Macht ein Sprecher auffällige Fehler, redet...

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