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Sprachwissenschaft für den Alltag

Ein Kompendium- 2., überarbeitete und erweiterte Auflage - Unter Mitarbeit von Alexander Gräbner

Hartmut Heuermann

Wir lieben unsere Sprache. Aber kennen wir diese scheinbar so selbstverständliche Sache, mit der wir täglich umgehen? Wissen wir, welch vielschichtiges Gebilde sie in Wirklichkeit darstellt? Ahnen wir die Mannigfaltigkeit und die Feinheiten, die sie offenbart, sobald man die Oberfläche verlässt und den Phänomenen auf den Grund geht. Was zum Beispiel ist ein Symbol, und wie unterscheidet es sich von einer Metapher? Was versteht man unter Ethnolekt und was ist seine Beziehung zum Idiolekt und Dialekt? Was hat es mit Pidgin auf sich? Sprachwissenschaft für den Alltag ist ein Kompendium, das sprachwissenschaftliches Wissen für den Hausgebrauch vermittelt. In dieser 2., überarbeiteten und erweiterten Auflage werden rund 160 Schlüsselbegriffe erläutert, die das Medium dem Nutzer näher bringen und der Welt der Sprache Profil verleihen. Eine praktische Handreichung für alle, die mit Sprache umgehen und ihre Kenntnisse verbessern möchten. Eine nützliche Lektüre zu einer Zeit, in der es um die deutsche Sprache offenkundig nicht zum Besten steht.
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Text und Kontext Von lat. textus = Gewebe. Im Grunde ist jede kommunizierbare Äußerung jenseits der Satzgrenze, ob gesprochen oder geschrieben, ein Text. Allerdings wird der Begriff in alltagssprachlicher Verwendung meist auf größere schrift- liche Einheiten wie Artikel, Briefe, Notizen, Abhandlungen, Verträge, Be- kanntmachungen, Essays, literarische oder poetische Werke usw. bezogen, die in dieser oder jener Weise konventionalisiert und als → Textsorten unter- schieden werden. Kommunizierbar heißt, dass Texte bestimmten Anforde- rungen bezüglich der strukturellen Beschaffenheit, der Länge, der Kohärenz, und der allgemeinen Verständlichkeit unterliegen. Allerdings ist die Ver- ständlichkeit nicht immer befriedigend durch den Text allein gegeben, son- dern bedarf der Heranziehung und Einbeziehung eines Kontexts. Als Kontext bezeichnen wir das „Umfeld“ eines Textes, das ihn – indirekt – semantisch überschreitet und ausweitet. Es kann von anderen Texten gebildet, aber auch von bestimmten Traditionen, Konventionen, historischen Hintergründen, bio- grafischen Daten u. dgl. geschaffen werden. Kontexte können in weltanschau- licher (sozialer, politischer, historischer, kultureller) Hinsicht auf Texte ein- wirken, sie perspektivisch erweitern, erhellen, dramatisieren, ironisieren oder auch in ihrer Geltung in Frage stellen. Es gibt praktisch keinen (aktuel- len)Text ohne (potenziellen) Kontext. Zwischen beiden besteht ein wechseln- der dynamischer Zusammenhang, der je nach Interesse und Fähigkeit des Hö- rers oder Lesers bewusst gemacht oder auch ignoriert werden kann. Wer die Fabel von Dr. Faustus durch das Goethesche Drama kennt, aber nichts von der Überlieferung des Stoffes weiß, kennt einen Text ohne Kontext. Wer ei- nen Zeitungsartikel über den 11. September...

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