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Künstler mit Assistenzbedarf

Eine Interaktionsstudie

Frederik Poppe

Künstler mit Assistenzbedarf erreichen mittlerweile durch Ausstellungen und Publikationen einen gewissen Bekanntheitsgrad und sind auch auf dem Kunstmarkt präsent. Assistenten schaffen dabei die notwendigen Rahmenbedingungen für kreative Prozesse und leisten einen erheblichen Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit. In dieser Studie wurden Interaktionen zwischen bildenden Künstlern mit Assistenzbedarf und ihren unterstützenden Bezugspersonen untersucht. Mit Hilfe von videografischen Erhebungsinstrumenten und narrativen Interviews konnte im Stil der Grounded Theory ein umfassendes Bild der Aufgabenbandbreite und des komplexen Rollenverständnisses von Assistenten erstellt werden. Es werden konzeptuelle Ideen für eine Professionalisierung der Ausbildung von Assistenten und Künstlern entwickelt, um den in der Zusammenarbeit auftretenden Interessenskonflikten begegnen zu können.

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5. Interaktion und Assistenz

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Selbstbestimmtes künstlerisches Handeln von Menschen mit kognitiver Be- hinderung sowie Öffentlichkeitsarbeit zur Bekanntmachung der Künstler und Institutionen werden weitgehend durch die Unterstützung assistieren- der Begleitpersonen ermöglicht. Die Entstehung einer Kultur des Beglei- tens und die Diskussion zum Thema Assistenz sind eng verknüpft mit der „Selbstbestimmt Leben Bewegung“ und deren Forderungen. Daher sollen zunächst diese Entwicklungen beschrieben werden, bevor einige gegenwär- tige Assistenzkonzepte erläutert werden. Da der Assistenzbegriff sowohl im Kontext der Heilpädagogik, als auch im Zusammenhang mit der bildenden Kunst verwendet wird, folgt eine Gegenüberstellung zur Klärung von Ge- meinsamkeiten und Unterschieden. Am Ende des Kapitels wird der Fokus auf die Zusammenarbeit von Assistenten und Künstlern mit Unterstützungs- bedarf gerichtet. 5.1. Historische Betrachtung Die historische Entwicklung von den Anfängen der Heilpädagogik bis hin zur „Selbstbestimmt Leben Bewegung“ zeigt einen paradigmatischen Wan- del, in dem Abstand von der Betrachtung des Menschen als Defizitwesen genommen wird – zu Gunsten eines Miteinanders als Dialogpartner. Analog zu diesem Wandel verändern sich auch die Rolle des Assistenten sowie des- sen Interaktionsformen in den unterschiedlichen Lebensbereichen. Rock verortet den Beginn der organisierten Behindertenhilfe in Bezug auf den Personenkreis von Menschen mit kognitiven Schwierigkeiten im 19. Jahrhundert und stellt einen stetigen Wandel der Ansprüche an diese fest. Zu Beginn standen „die Verwahrung, die lebenserhaltende Versorgung und der Schutz im Mittelpunkt“ (Rock 2001, 12). Adam, Adam, Bachmann, Mö- ckel u.a. messen der Publikation „Die Heilpädagogik mit besonderer Be- rücksichtigung...

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