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Künstler mit Assistenzbedarf

Eine Interaktionsstudie

Frederik Poppe

Künstler mit Assistenzbedarf erreichen mittlerweile durch Ausstellungen und Publikationen einen gewissen Bekanntheitsgrad und sind auch auf dem Kunstmarkt präsent. Assistenten schaffen dabei die notwendigen Rahmenbedingungen für kreative Prozesse und leisten einen erheblichen Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit. In dieser Studie wurden Interaktionen zwischen bildenden Künstlern mit Assistenzbedarf und ihren unterstützenden Bezugspersonen untersucht. Mit Hilfe von videografischen Erhebungsinstrumenten und narrativen Interviews konnte im Stil der Grounded Theory ein umfassendes Bild der Aufgabenbandbreite und des komplexen Rollenverständnisses von Assistenten erstellt werden. Es werden konzeptuelle Ideen für eine Professionalisierung der Ausbildung von Assistenten und Künstlern entwickelt, um den in der Zusammenarbeit auftretenden Interessenskonflikten begegnen zu können.

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6. Forschungsdesign

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Im zweiten Kapitel wurde dargestellt, wie sich das Kunstverständnis im Laufe der Zeit veränderte und eine kunstwissenschaftliche Anerkennung so genannter Außenseiter-Kunst oder Art Brut bewirkte. Von dieser Entwick- lung profitierten in den letzten Jahrzehnten besonders Künstler mit einem Assistenzbedarf aufgrund von kognitiven Behinderungen, was eine Reihe von Institutionsgründungen nach sich zog, in denen die Rahmenbedingun- gen für künstlerische Produktionsprozesse geschaffen wurden (siehe 3.). Parallel dazu nahm die Vermarktung der Kunstwerke zu, was nicht zuletzt auf eine gesteigerte Öffentlichkeitsarbeit der entsprechenden Einrichtungen zurückzuführen ist (siehe 4.). Diese Prozesse sind wiederum eng verknüpft mit dem Engagement zahlreicher Begleitpersonen, die Künstler mit Assis- tenzbedarf in ihrer Arbeit unterstützen. Im fünften Kapitel wurde erläutert, wie sich eine Kultur des Begleitens und ein modernes Assistenzverständnis entwickelt hat. Die Grundhaltung von Assistenten und ihre Rolle als profes- sionelle Begleiter des künstlerischen Produktionsprozesses wurden bislang noch nicht empirisch erforscht. In diesem Kontext sind die Ziel- und Frage- stellungen des nächsten Abschnittes zu sehen. 6.1. Ziel- und Fragestellungen Die im Folgenden erläuterten Fragestellungen wurden nach Durchführung der Vorstudie (siehe 6.5.1.) entwickelt. Im Forschungsstil der Grounded The- ory (siehe 6.3.) kann das Konstrukt einer Studie im Prozess verändert wer- den. Im konkreten Fall wurden die Fragestellungen während der Auswer- tungsphase modifiziert und stärker gegeneinander abgegrenzt. Im folgenden Abschnitt des sechsten Kapitels werden die Ziel- und Fragestellungen be- schrieben, während in Kapitel 7 die ausgewerteten Ergebnisse der...

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