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Künstler mit Assistenzbedarf

Eine Interaktionsstudie

Frederik Poppe

Künstler mit Assistenzbedarf erreichen mittlerweile durch Ausstellungen und Publikationen einen gewissen Bekanntheitsgrad und sind auch auf dem Kunstmarkt präsent. Assistenten schaffen dabei die notwendigen Rahmenbedingungen für kreative Prozesse und leisten einen erheblichen Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit. In dieser Studie wurden Interaktionen zwischen bildenden Künstlern mit Assistenzbedarf und ihren unterstützenden Bezugspersonen untersucht. Mit Hilfe von videografischen Erhebungsinstrumenten und narrativen Interviews konnte im Stil der Grounded Theory ein umfassendes Bild der Aufgabenbandbreite und des komplexen Rollenverständnisses von Assistenten erstellt werden. Es werden konzeptuelle Ideen für eine Professionalisierung der Ausbildung von Assistenten und Künstlern entwickelt, um den in der Zusammenarbeit auftretenden Interessenskonflikten begegnen zu können.

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8. Diskussion und Implikation

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8.1. Diskussion zu Interaktionen zwischen Künstlern und Assistenten 1793 setzt sich Schiller in 27 Briefen „Über die ästhetische Erziehung des Menschen“ mit dem Verlauf und Ausgang der französischen Revolution auseinander. Diese hält er für gescheitert, vor allem die humanitären Leitzie- le Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit wurden seiner Meinung nach nicht erreicht. Basisgedanke der Briefe ist die Existenz zweier Grundtriebe – Sinn- lichkeit und Vernunft. Bevor der Mensch seine individuelle Persönlichkeit entwickeln kann, wird sein Wesen vom sinnlichen Trieb bestimmt (20. Brief; vgl. Schiller 2010a). Um diese Entwicklungsebene zu verlassen, muss der Mensch einen ästhetischen Zustand erreichen. Ästhetische Kultur „erfüllt weder intellektuellen noch moralischen Zweck“ (Schiller 2010a) und keine Pflichten, sondern ermöglicht, persönliche Freiheit zu erreichen – für Schil- ler „die höchste aller Schenkungen“ (Schiller 2010a), die einem Menschen zu Teil werden kann. Der Idealzustand ist der ästhetische Zustand, der es dem Menschen ermöglicht, selbst schöpferisch und gestalterisch tätig zu werden und sich von der Macht der Natur zu befreien (21. Brief; vgl. Schiller 2010a). Das von Schiller formulierte Weltbild wird bedingungslos unter dem Impe- rativ der Ästhetik entwickelt. Er schließt dabei keine Teilgruppe der Gesell- schaft aus und betont, dass im ästhetischen Staat alle Bürger in Freiheit und mit gleichen Rechten leben. Die Ungleichheit wird im 26. Brief als Hemm- schuh des ästhetischen Zustandes bezeichnet (vgl. Schiller 2010b). Diesen zu erreichen ist nicht möglich, wenn der Mensch durch Unterdrückung, Leibeigenschaft und Bevormundung „jeder...

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