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Psychologie im Leistungssport

Ein Ratgeber für die Praxis mit Beiträgen prominenter Athletinnen und Athleten- Unter Mitarbeit von Eva Petermann, Maike Söker und Jutta Padberg

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Martin K. W. Schweer

Die Bedeutung mentaler Fitness und psychischer Stabilität wird mittlerweile gerade auch für den Leistungssport angeregt diskutiert. Das Buch widmet sich praxisnah diesem Thema, es verdeutlicht die psychologischen Bedingungen mentaler Fitness und psychischer Stabilität und zeigt Möglichkeiten ihrer Optimierung auf. Angereichert wird der theoretische Input durch Interviews mit namhaften Athletinnen und Athleten aus verschiedenen Disziplinen: Katrin Apel, Dieter Baumann, Petra Behle, Markus Beyer, Sabine Braun, Frank Busemann, Rudi Cerne, Eberhard Gienger, Michael Groß, Thomas Helmer, Patrik Kühnen, Lothar Leder, Jens Lehmann, Peter Sendel, Dieter Thoma und Mandy Wötzel.

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4 Die kleinen und größeren „Tricks“ im Sport – Aberglaube und Rituale von Athleten

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Das Phänomen ist uns allen aus unserem Alltagsleben nur allzu gut bekannt: Wir zeigen ein – objektiv betrachtet – völlig sinnloses Verhalten, weil wir subjektiv der Überzeugung sind, dass Zusammenhänge bestehen, die scheinbar Einfluss auf den Ausgang eines bestimmten Ereignisses haben. Und bei manchen Verhal- tensweisen tun wir das regelmäßig, also ritualisiert: 1. Ein Schüler nimmt zu jeder Klassenarbeit sein Lieblingsplüschtier mit, da es ihm Glück bringen soll. 2. Ein Fußballfan wäscht sein Trikot nicht, damit seine Mannschaft erfolg- reich bleibt. 3. Ein „Traumfänger“ (Mobile) vor dem Schlafzimmerfenster soll die Schla- fenden vor Albträumen bewahren. 4. Ein steinerner Gargoyle wird vor der Haustür montiert, um sich vor Unheil zu schützen. 5. Ein „Klopf auf Holz“, um jemandem viel Glück zu wünschen. 6. Am Freitag, den 13., keinen Fuß vor die Tür setzen, damit einem nichts Schlimmes passieren kann. 41 Das Phänomen des Aberglaubens bezieht sich also auf einen Glauben „an Kräf- te, Zusammenhänge, Übernatürliches, das den wissenschaftlichen Erkenntnissen wie auch den religiösen Anschauungen nicht entspricht“ (Häcker & Stapf, 1998, S. 1). Abergläubisches Verhalten zeigt sich in allen Gesellschaftsformen und in allen sozialen Schichten; laut Selbstauskunft gibt etwa die Hälfte der Bevölke- rung an, in mehr oder minder starker Ausprägung abergläubisch zu sein. Warum ist das so? Aberglaube entsteht durch eine gedankliche Verknüpfung bestimmter Er- folgs- oder Misserfolgserlebnisse mit zufälligen Begleiterscheinungen (s. Abb. 3), wie...

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