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Die indigenen Völker Taiwans

Vorträge zur Geschichte und Gesellschaft Taiwans

Edited By Sonja Peschek

Dieses Buch enthält die Vorträge des interdisziplinären Workshops Geschichte und Gesellschaft Taiwans unter besonderer Berücksichtigung der Ureinwohner, der im Mai 2010 am Institut für Sinologie der Universität Wien und am Museum für Völkerkunde abgehalten wurde. Die Beiträge behandeln die Situation der indigenen Bevölkerung Taiwans, wie sie sich im Wandel der Zeit darstellt. Die Beiträge liefern den neuesten Forschungsstand zur Thematik und bringen einen interdisziplinären wissenschaftlichen Diskurs, der durch die Mitwirkung zweier indigener Forscherinnen aus Taiwan ein großes Maß an Authentizität mit sich bringt.

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Helmut Opletal: Taiwans politische Entwicklung und der Status der „Ureinwohner“

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31 Helmut Opletal Taiwans politische Entwicklung und der Status der „Ureinwohner“ Urbevölkerung als Touristenattraktion In San Ti Men (三地門), am Fuß der Berge, fast an der Südspitze der Insel, hat die taiwanesische Regierung in den 1990er-Jahren ein Frei- lichtmuseum einrichten lassen. Es soll Architektur, Gebräuche und Le- bensformen der halben Million taiwanesischen Ureinwohner zeigen. In einer überdachten Arena bieten Folkloregruppen Lieder und Tanz- vorführungen, wobei natürlich auch Naruwan (那魯灣), das bekann- teste aller Lieder nicht fehlen darf: Es ist der Willkommensgruß gleich in mehreren Sprachen der Ureinwohner, und nicht nur zu einer Art touristischer Hymne der Bergvölker geworden, sondern auch ein Ohr- wurm, den heute auch jeder Chinese in Taiwan kennt. In einem der Tänze, die den Besuchern dargeboten werden, zeigen die Gruppen besondere Geschicklichkeit, wenn sie zwischen stän- dig aneinander geschlagenen Bambusstangen leichtfüßig hin und her hüpfen, ohne mit dem sich immer rascher bewegenden Bambus in Berührung kommen. Solche Tänze sieht man übrigens auch bei zahl- reichen austronesischen Völkern im Pazifik. Mit dem China, das wir zumeist kennen, hat das allerdings wenig zu tun. Es ist eine etwas eigenartige Stellung, die die sogenannten „Urein- wohner“ in Taiwan genießen: Auf der einen Seite wurden sie Jahrhun- derte lang bekämpft und ins bergige Landesinnere zurückgedrängt, europäische Kolonisatoren und chinesische Siedler, die seit dem 14. Jahrhundert vom Festland nach Taiwan gekommen waren, betrachteten sie gleichermaßen als „Wilde“ und als „Barbaren“, und bis in die Gegenwart...

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