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Beiträge zur Sprechwissenschaft II

Die Behandlung gestörter S-Laute- Sprechkundliche Beiträge zur Therapie der Sigmatismen- Herausgegeben von Eva-Maria Krech- Mit einem Beitrag von Volkmar und Renate Clausnitzer

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Eva-Maria Krech

Der Band II der «Beiträge zur Sprechwissenschaft» enthält den Neudruck des Standardwerkes «Die Behandlung gestörter S-Laute» (1955). Nach einer Einführung in die Systematik der Sigmatismen wird über unterschiedliche Behandlungsformen informiert. Schwerpunkt bildet die Analyse von 169 Therapieverläufen, durchgeführt am Institut für Sprechkunde. Im Ergebnis wird der Sigmatismus als Sprachstörung identifiziert, die weitgehend mit der Gesamtpersönlichkeit verbunden ist. Ihre Behandlung kann daher keine bloße Oberflächenkorrektur sein, sondern muss den Patienten in seiner psychophysischen Ganzheit einbeziehen. Dafür entwickelt Hans Krech seine kombiniert-psychologische Übungstherapie, die hier erstmals beschrieben wird.

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2 Die Therapie der Sigmatismen seit C. L. Merkel 29

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29 2 Die Therapie der Sigmatismen seit C. L. Merkel 2.1 Allgemeine Übersicht Im Jahre 1841 erschien die Schrift des berühmten und darauf hin berüchtigten Dieffenbach „Die Heilung des Stotterns durch eine neue chirurgische Operation“. C. L. Merkel1 war einer der Widersacher der neuen Methode, der gleiche Mer- kel aber emp fahl diese und eine Reihe anderer Operationen zur Behandlung des Stammelns. Er schlug die Durchschneidung der Mm. genioglossi (ohne die geniohyoidei) vor, wenn die Zungenspitze nicht oder nicht hin länglich bis zu den Schneide- zähnen geführt werden konnte und damit S (Z ), D und T nur unvollkommen gebildet wurden. Er riet zu einem Einschnitt in die untere Zungenfl äche oder in den Vorder rand, wenn T statt S gebildet wird, ja er ging auf Dieffenbach ein mit Keilausschneidungen, prismatisch-longitudinalen und trans versalen, aus Volu- mengründen oder bei Hypertrophien und Para lysen. Um zu große Längenaus- dehnung zu beseitigen, wird die Abkürzung der Zungenspitze empfohlen, für das die Sprachlaut bildung gleichfalls behindernde übergroße Volumen der Zun- ge eine Unterbindung der Arteriae sublinguales. Insgesamt erfolgen 15 solcher Operationsvorschläge, die sich auch mit Gamma-Kappa zismus, Rhotazismus, Lambdazismus usw. befassen. Dabei betont Merkel schon vor reichlich hundert Jahren, dass durch diese „sprachärztlichen Myotomien oder Glossotomien“ die Störung selbst nicht beseitigt wird und eine Übungstherapie anzuschließen sei (Arnold2). Eduard Schmalz3 gab zur gleichen Zeit für den „Para sigmatismus“ und seine Be- handlung neben Berichtigung des Ge bisses, Ersetzen...

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