Show Less

Acting in Concert im Rahmen der Offenlegungs- und Angebotspflicht

Eine rechtsvergleichende Analyse zum deutschen und schweizerischen Kapitalmarktrecht

Series:

Robert Mai

Gegenstand dieser rechtsvergleichenden Arbeit ist das überwiegend als «Acting in Concert» bezeichnete Zusammenwirken von Aktionären in Bezug auf börsennotierte Gesellschaften. Dabei werden die im deutschen und schweizerischen Kapitalmarktrecht im Bereich der Offenlegungs- sowie der Angebotspflicht zur Erfassung derartiger Verhaltensweisen bestehenden Vorschriften beleuchtet. Die Leistungsfähigkeit eines Finanzmarktes hängt entscheidend vom Vertrauen der privaten und institutionellen Investoren in die Märkte ab. Nur wenn ihr Vertrauen besteht und erhalten bleibt, können die Finanzmärkte ihre wichtigen volkswirtschaftlichen Funktionen erfüllen. Besondere Bedeutung kommt aus diesem Grund der Schaffung von Transparenz zu. Die Untersuchung widmet sich im Kern der Frage, wie diese in beiden Rechtsordnungen realisiert wird und wo die Grenzen zwischen einem lediglich «geschickten» und noch legalen Annähern an eine Zielgesellschaft einerseits und einem für die Auslösung der Melde- bzw. Angebotspflicht relevanten abgestimmten Verhalten von Aktionären andererseits zu ziehen sind.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

3. Kapitel. Das abgestimmte Verhalten von Aktionären im schweizerischen Kapitalmarktrecht

Extract

73 3.  Kapitel           Das   abgestimmte   Verhalten   von   Aktionären   im   schweizerischen  Kapitalmarktrecht  Wie  im  deutschen  Recht  hat  das  abgestimmte  Verhalten  von  Aktionären  in  mehreren  Regelungsbereichen  und  Vorschriften  des  schweizerischen  Kapi-­‐talmarktrechts   Eingang   gefunden.   Auch   hier   ist   es   in   erster   Linie   im  Rahmen   der  Offenlegungspflichten   (vgl.   unter   A.   )   und   bei   der   Pflicht   zur  Abgabe  von  Übernahmeangeboten  (vgl.  unter  B.  )  von  Bedeutung.  Daneben  spielt   es   bei   den   im   Rahmen   von   öffentlichen   Angeboten   bestehenden  Pflichten   für  Anbieter  und   im   speziellen  bei   der  dort   bestehenden  Melde-­‐pflicht   eine   Rolle.319   Die   gesetzlichen   Grundlagen   für   die   Erfassung   von  koordinierten   Verhaltensweisen   zwischen   Aktionären   finden   sich   in   dem  als  Rahmengesetz320   fungierenden  Bundesgesetz  über  die  Börsen  und  den  Effektenhandel   (Börsengesetz,  BEHG).321  Dieses  wurde   im   Jahre  1995  von  der  Schweizer  Bundesversammlung  beschlossen  und  trat  im  Jahre  1997  zu-­‐sammen   mit   den   zugehörigen   ausführenden   Verordnungen   in   Kraft.   Die  letzte  bedeutende  Änderung  des  BEHG  erfolgte  mit  dem  Bundesgesetz  über  die   Eidgenössische   Finanzmarktaufsicht   (Finanzmarktaufsichtsgesetz,  FINMAG)322  welches   am  1.  Januar   2009   in  Kraft   trat.  Die  Vorschriften   des  BEHG  werden  in  verschiedenen  Verordnungen  konkretisiert.  Die  wichtigste  Rolle  unter  den  bestehenden  Verordnungen  spielt  hierbei  die  Verordnung  der   Eidgenössischen   Finanzmarktaufsicht   über   die  Börsen   und  den  Effek-­‐tenhandel  (Börsenverordnung-­‐FINMA,  BEHV-­‐FINMA).323    Die  Überwachung  der  Einhaltung  der  Vorschriften  obliegt  der  Eidgenössi-­‐schen  Finanzmarktaufsicht  (FINMA).324  Grundlage  für  ihre  Tätigkeit  ist  Art.  98   Bundesverfassung   der   schweizerischen   Eidgenossenschaft   sowie   das  Finanzmarktaufsichtsgesetz.  Die  FINMA  als  solche   ist  eine  vergleichsweise  noch   recht   junge   Beh...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.