Show Less

Der französische REIT

Analyse des französischen SIIC-Regimes unter Berücksichtigung der Besteuerung deutscher und französischer Investoren

Series:

Sascha Kaiser

Der ursprünglich in den USA entstandene REIT (Real Estate Investment Trust) hat sich international als Instrument zur indirekten Immobilienanlage etabliert. Steuerliche Grundidee des REIT ist, die Einkünfte aus der Vermietung und Verpachtung sowie Veräußerung von Immobilien auf Ebene des die Immobilien haltenden Rechtsträgers zunächst von der Besteuerung auszunehmen. Dieser ist jedoch verpflichtet, die steuerfreien Gewinne nahezu vollständig an seine Anteilseigner auszuschütten, auf deren Ebene die Gewinnausschüttungen vollständig besteuert werden. Mit der Einführung des französischen SIIC-Regimes zum 1. Januar 2003 hat Frankreich maßgeblich zum Durchbruch des REITs auch in Europa beigetragen. Die Arbeit untersucht das französische SIIC-Regime und seine Entwicklung. Dabei wird auch der Frage nach der Besteuerung deutscher und französischer Investoren und der Möglichkeit der Inanspruchnahme des besonderen Steuerregimes durch in Deutschland ansässige Immobiliengesellschaften mit französischem Grundbesitz nachgegangen. Im Rahmen eines Vergleichs werden schließlich die Gemeinsamkeiten und Unterschiede des französischen SIIC-Regimes und des zum 1. Januar 2007 eingeführten deutschen REIT-Regimes herausgearbeitet.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

A. Der französische REIT

Extract

I. Einführung Frankreich hat sein REIT-Modell mit Wirkung zum 1. Januar 2003 eingeführt. Es handelt sich um ein besonderes Besteuerungsregime14, welches börsennotierte Immobilienaktiengesellschaften, sog. sociétés d investissements immobiliers cotées (SIIC), und ihre Tochtergesellschaften bei Erfüllung bestimmter materiel- ler und formeller Voraussetzungen in Anspruch nehmen können. Vor Einführung des französischen REIT-Regimes gab es in Frankreich nur re- lativ wenige börsennotierte Immobilienaktiengesellschaften. Die Haupttätigkeit dieser Gesellschaften bestand sowohl im langfristigen Halten von Gewerbe- und Wohnimmobilien zum Zwecke der Vermietung als auch in der Entwicklung und der „Arbitrage“ dieser Immobilien15. Ihre wirtschaftliche Bedeutung war verhält- nismäßig gering. So betrug ihre Marktkapitalisierung bei einem verwalteten Aktivvermögen von 22,5 Mrd. Euro lediglich 12,5 Mrd. Euro. Nur wenige ‚Kleinaktionäre‘ beteiligten sich an den Immobilienaktiengesellschaften16. Dar- über hinaus mussten die französischen Immobilienaktiengesellschaften verstärkt mit entsprechenden ausländischen Investmentgesellschaften wie z.B. den US- REITs, den niederländischen BIs oder den belgischen SICAFIs konkurrieren, die zunehmend auf den französischen Immobilienmarkt drängten. Aufgrund ihrer ‚steuerlichen Transparenz‘ genossen diese gegenüber den französischen Immobi- lienaktiengesellschaften einen Wettbewerbsvorteil17. Konkurrenz ging darüber hinaus von den ebenfalls steuerlich transparenten deutschen offenen Immobilien- fonds aus18. 14 Editions Législatives, Bulletin 67, 13.10.2003, S. 8579 ff. (8579), Rn. 157a („régime spéci- fique“). 15 Bericht des Senators Philippe Marini, als Berichterstatter des Haushalts- und Finan- zausschusses des französischen Senats zum Vorschlag eines Finanzgesetzes für 2003 v. 21.11.2003, Rapport G...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.