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Zentralasien und die Weltmächte, oder: «Game Boys» auf Reisen

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August Pradetto

In dieser Studie werden die politischen, militärischen und ökonomischen Beziehungen zwischen Zentralasien und den Großmächten untersucht. Ausgangspunkt ist die mittlerweile zum Mainstream avancierte neorealistisch-geopolitische These, dass das Engagement der USA, Russlands, Chinas und der Europäischen Union vorrangig von machtpolitischer Konkurrenz und strategischen Interessen geleitet und ein neues Great Game um diese Region im Gange sei. Die empirischen Befunde widerlegen sowohl diese These als auch die Perzeption eines um sich greifenden Staatsverfalls in Zentralasien.

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4. Der Westen und Zentralasien 59

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3. China und Zentralasien 58 terer Bevölkerungsteile gegen chinesische Waren im Besonderen und China im Allgemeinen. Was für China in der Außenhandelsbilanz fast ohne Bedeutung ist, erweckt in Zentralasien den Eindruck einer Überschwemmung mit Produkten, die einerseits zum größeren Teil (im Vergleich zu europäischen) minderwertig sind, andererseits Arbeitsplätze und traditionelle Strukturen vernichten. Diese Stimmungslage bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Entwicklung der Bezie- hungen zwischen China und Zentralasien. Die politischen Eliten in den zentral- asiatischen Ländern stehen der zeitweilig von Peking ventilierten Idee einer Freihandelszone zwischen China und den zentralasiatischen Ländern schon aus Gründen der eigenen Systemstabilität mit Vorbehalten gegenüber. Sie wiegen mit Blick auf Loyalitäten in der Bevölkerung zusätzlich ab zwischen positiven und negativen Stabilitätserwartungen durch einen vermehrten Austausch und vermehrte Kooperation mit China. 4. Der Westen59 und Zentralasien Über die historischen Beziehungen westlicher Länder wurden bereits einleitend im Kontext der Erörterung der These von einem Great Game einige Ausführun- gen gemacht. Festzuhalten bleibt, dass nach der türkischen Migration in das Ge- biet zwischen dem 5. und 10. Jahrhundert und der teilweise erfolgreichen Isla- misierung durch die arabische Expansion ab dem frühen 8. Jahrhundert, danach der Eroberung durch die Mongolen im 13. und dem Ende der Dominanz noma- discher Völker im 16. Jahrhundert, es vor allem das Russische und das Osmani- sche Reich waren, die Einfluss auf das hier interessierende Gebiet ausübten. Das im 19. Jahrhundert im...

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