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Grenzgänger und Räume der Grenze

Raumkonstruktionen in der Großregion SaarLorLux

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Christian Wille

Die Arbeit erhielt den zweiten Platz beim Prix de la meilleure thèse de l’Université de Luxembourg 2012.
Über 200.000 Menschen pendeln in der Großregion SaarLorLux über eine nationale Grenze an ihren Arbeitsplatz. Sie sind Gegenstand dieser Studie, die das Grenzgängerwesen erstmalig kulturwissenschaftlich untersucht. Im Zentrum stehen subjektzentrierte Raumkonstruktionen in transnationalen Bezügen, die über ein interdisziplinäres Modell erschlossen werden. Es basiert auf sozialgeographischen und kultursoziologischen Ansätzen und wird mit unterschiedlichen Erhebungstechniken umgesetzt. Die Untersuchungsergebnisse decken die Bedingungen und Merkmale von Räumen der Grenze im Vierländereck auf. Damit dokumentiert der Autor eine kaum erforschte Mobilitätsform und legt ein innovatives Werkzeug zur empirischen Rückbindung postmoderner Denkfiguren vor.

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4. Das Grenzgängerwesen in der GroßregionSaarLorLux von 1900 bis 2008

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105 4. Das Grenzgängerwesen in der Großregion SaarLorLux von 1900 bis 2008 Im Zentrum des Buchs steht das Grenzgängerwesen in der Großregion SaarLorLux, das hinsichtlich subjektgebundener Raumkonstruktionen untersucht werden soll. Zunächst wird es aus einem sozio-ökonomischen Blickwinkel vorgestellt, womit die grenzüberschreitenden Arbeitsmarktverflechtungen in der Großregion Saar- LorLux in den Blick rücken. Die hierfür einzunehmende Perspektive entspricht – dem Programm der europäischen Regionalismusforschung255 folgend – der Trans- national Regionalism View. Sie leitet sich aus der Vorstellung eines transnationalen Handlungs- und Interaktionsraums ab und fokussiert auf die Beziehungsdynamik zwischen regionaler, grenzüberschreitender und europäischer Ebene. Schmitt-Eg- ner unterscheidet zwischen verschiedenen Typen der Transnational Regionalism View, die jeweils auf bestimmte Gegenstandsbereiche fokussieren und für die fol- genden Ausführungen von Bedeutung sind: (1) Die Transnational Regionalism View 1 betrachtet Grenzräume als Handlungseinheiten im grenzüberschreitenden Kontext, wie z. B. bei der Frage nach der grenzüberschreitenden Konstitution von Netzwerken. (2) In der Transnational Regionalism View 2 werden Grenzräume als transnationale Handlungseinheiten aufgefasst, wie sie etwa die Interregionale Gruppe SaarLorLux im Ausschuss der Regionen256 repräsentiert. (3) Im Rahmen der frontier-view steht die Grenze als Gegenstand des Völkerrechts und der inter- nationalen Politik im Mittelpunkt. Dabei kann es um Konflikte zwischen National- staaten gehen, jedoch ebenso um Strategien der grenzüberschreitenden Zusammen- arbeit, wie etwa bei der Gründung der deutsch-französischen-luxemburgischen Regierungskommission im Jahr 1971. (4) Als border area view schließlich wird eine Perspektive auf Grenzregionen bezeichnet, in...

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