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Die GmbH im Wettbewerb der Rechtsformen

Vorschläge zur Verbesserung des GmbH-Rechts unter Einbeziehung des MoMiG und besonderer Berücksichtigung des Gläubigerschutzes

Jens Hollinderbäumer

Am 01.11.2008 ist das Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Missbrauchsbekämpfung (MoMiG) in Kraft getreten. Es kann zweifelsohne als die umfassendste Reform des GmbH-Rechts seit Inkrafttreten des Gesetzes im Jahre 1892 angesehen werden. Der Verfasser stellt unter besonderer Berücksichtigung des Themas Gläubigerschutz systematisch die Schwächen des alten Rechts dar und analysiert vor dem Hintergrund seiner Zielsetzung die Stringenz des Reformwerks. Auf der Gesetzesanalyse aufbauend werden schließlich alternative und teilweise auch weitergehende Elemente eines effektiven Gläubigerschutzes vorgestellt und diskutiert, um hieraus schlussendlich ein in sich stimmiges zusammenhängendes Gläubigerschutzsystem zu entwickeln und vorzuschlagen.

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B. Besonderheiten der GmbH

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I. Leitbild, wirtschaftliche Bedeutung und Insolvenzanfälligkeit Anders als die übrigen Gesellschaftsformen in Deutschland ist die GmbH nicht das Ergebnis langer Rechtsfortbildung, sondern wurde von Juristen praktisch „am Reißbrett“ ersonnen. Die GmbH verdankt ihre Entstehung dem zum Ende des 19. Jahrhunderts aufkommenden Wunsch insbesondere der Berliner Kaufmannschaft, auf die durch die Gesetzesnovelle des AG von 1884 verschärften Voraussetzungen der Gründung und Verwaltung einer Aktiengesellschaft und der damit verbundenen „ge- fühlten“ Komplexität dieser juristischen Person mit einer neuen Gesellschaftsform zu reagieren, die den Bedürfnissen insbesondere kleinerer und mittlerer Unternehmen nach flexiblen Regelungen im Innenverhältnis, verbunden mit einer beschränkten Haf- tung im Außenverhältnis, entspricht.23 Die neu zu schaffende Gesellschaftsform sollte also die Vorzüge von Personengesellschaften auf der einen Seite und der AG auf der anderen Seite sinnvoll miteinander verbinden. Im Jahre 1892 wurde daher schließlich vom Gesetzgeber das völlig neu geschaffene Institut der GmbH als eine Gesellschaftsform mit sowohl kapital- als auch personeng- esellschaftlichen Elementen eingeführt. Von der Aktiengesellschaft wurden dabei die Elemente der selbstständigen Rechtspersönlichkeit (§ 13 Abs. 1 GmbHG), die grundsätzlich beschränkte Haftung der Gesellschafter gegenüber den Gläubigern (§ 13 Abs. 2), die Geltung des Mehrheitsprinzips (47 Abs. 1 GmbHG), die Mehrheitsberech- nung nach Kapitalanteilen (§ 47 Abs. 2 GmbHG) sowie, im Sinne einer Professional- isierung des Managements, das Prinzip der Drittorganschaft (§ 6 Abs. 3 S. 1 GmbHG) - wenn davon auch tatsächlich nur eingeschränkt Gebrauch gemacht wird24 - über- nommen....

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