Show Less

Sprache und Kultur im Spiegel der Rezension

Ausgewählte Beiträge der GeFoText-Konferenz vom 29.9. bis 1.10.2010 in Vaasa

Series:

Edited By Mariann Skog-Södersved, Christoph Parry and Michael Szurawitzki

Die Rezension stellt aus literatur- und kulturwissenschaftlicher wie auch aus linguistischer Sicht ein vielseitiges Forschungsfeld dar. Auch wenn sie nur über Werke der Literatur und der verwandten Künste informieren will, reflektiert die Rezension mit ihren Wertungen und Argumentationen die Werte und Prioritäten der Gesellschaft. Als konventionalisierte Textsorte geben Rezensionen über sprachliche Mechanismen gesellschaftlichen Handelns und, dank ihrer grundsätzlichen Vergleichbarkeit, über Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Kulturen Aufschluss. Dieser Band versammelt ausgewählte Beiträge einer Tagung in Vaasa 2010, die einen interdisziplinären und transnationalen Zugang zum Phänomen der Rezension suchte.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Henrik Nikula: Emotionalität in Literaturkritiken. Literaturkritiker – gescheiterte Schriftsteller?

Extract

Henrik Nikula Emotionalität in Literaturkritiken Literaturkritiker – gescheiterte Schriftsteller? 1 Einleitung Wenn man Literaturkritiken liest, kann man zuweilen den Eindruck erhalten, hier schreibt ein gescheiterter Schriftsteller. Es geht dabei nicht so sehr darum, was der Kritiker über das besprochene Werk schreibt, sondern wie er es tut. Vielleicht wird er durch die Sprache des rezensierten Textes beeinflusst, was auch einen höheren Grad von Emotionalität vermuten ließe. Es wird in diesem Beitrag versucht, die Gründe für diesen Eindruck ein wenig zu beleuchten, wobei vor allem die Aspekte der Emotionalität und der Wertung genauer be- trachtet werden. Ein zentraler Ausgangspunkt ist, dass sowohl Kognition als auch Emotion Kenntnissysteme darstellen, und zwar Kenntnissysteme, die eng miteinander verknüpft sind. Dies bedeutet u. a., dass jeder Text mehr oder weniger stark und mehr oder weniger deutlich emotional beeinflusst sein müsste.1 Diejenigen Werte, die unsere Handlungen motivieren, sind in der Weise mit Emotionen ver- knüpft, dass jede Entscheidung letzten Endes emotional motiviert ist. D. h. die Wertebasis selbst ist ausschließlich emotional begründet. Aber auch, wenn der äußerste Grund, warum etwas als gut oder schlecht, schön oder hässlich, inte- ressant oder uninteressant betrachtet wird, von einer an sich nicht rational be- gründbaren Wertebasis abhängig ist, kann für Bewertungen mit rationalen Mit- teln argumentiert werden. Die Aufgabe der Argumentation ist, dem Rezipienten der Rezension die Bewertungen verständlich und nachvollziehbar zu machen, wobei es eben von grundlegender Bedeutung ist, dass die Wertebasis...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.