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Sprache und Kultur im Spiegel der Rezension

Ausgewählte Beiträge der GeFoText-Konferenz vom 29.9. bis 1.10.2010 in Vaasa

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Edited By Mariann Skog-Södersved, Christoph Parry and Michael Szurawitzki

Die Rezension stellt aus literatur- und kulturwissenschaftlicher wie auch aus linguistischer Sicht ein vielseitiges Forschungsfeld dar. Auch wenn sie nur über Werke der Literatur und der verwandten Künste informieren will, reflektiert die Rezension mit ihren Wertungen und Argumentationen die Werte und Prioritäten der Gesellschaft. Als konventionalisierte Textsorte geben Rezensionen über sprachliche Mechanismen gesellschaftlichen Handelns und, dank ihrer grundsätzlichen Vergleichbarkeit, über Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Kulturen Aufschluss. Dieser Band versammelt ausgewählte Beiträge einer Tagung in Vaasa 2010, die einen interdisziplinären und transnationalen Zugang zum Phänomen der Rezension suchte.

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Doris Wagner: „Wurm! Wurm! Er führt mich da vor einen entsetzlichen Abgrund. “Eine Rezension zu Christian Friedrich Wurms (1801–1861) Wörterbuch der deutschen Sprache und ihre Funktion

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Doris Wagner „Wurm! Wurm! Er führt mich da vor einen entsetzlichen Abgrund.“ Eine Rezension zu Christian Friedrich Wurms (1801– 1861)Wörterbuch der deutschen Sprache und ihre Funktion 1 Einleitung Als im Jahre 1852 die erste Lieferung zum Deutschen Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm erschien, arbeiteten zur gleichen Zeit zwei weitere Wörter- buchautoren an ihren eigenen Projekten: Daniel Sanders (1819–1897) am Hand- wörterbuch der deutschen Sprache und Christian Friedrich Wurm (1801–1861) am Wörterbuch der deutschen Sprache von der Druckerfindung bis zum heuti- gen Tage. Sowohl Daniel Sanders als auch Christian Friedrich Wurm1 rezensier- ten das Grimm’sche Werk. Jacob Grimm reagierte auf die kritischen Rezen- sionen seiner beiden Konkurrenten äußerst verletzt. Im Rahmen dieses Beitrags werden jedoch nur die Folgen der Wurm’schen Rezension auf die Beziehung zwischen den beiden Forschern Jacob Grimm und Christian Friedrich Wurm näher betrachtet. Als der Gymnasiallehrer Christian Friedrich Wurm die ersten Lieferungen seines eigenen Wörterbuchs herausbrachte, wurden diese ebenfalls in der Fach- welt besprochen. Am Beispiel einer negativen Rezension zum Wurm’schen Werk möchte ich zeigen, dass die Funktion zumindest dieser Besprechung nicht in erster Linie den Anforderungen informieren – bewerten – kontextualisieren entspricht, wie es üblicherweise in wissenschaftlichen Rezensionen erwartbar wäre. Mit Hilfe der Identität des Rezensenten und der benutzten sprachlichen Mittel wird versucht herauszufinden, was die eigentliche Funktion dieser Rezen- sion war. Um die Rezension in den zeitgenössischen wissenschaftlichen Kontext ein- ordnen zu können, muss der Hintergrund der Beziehung zwischen Jacob...

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