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Sprache und Kultur im Spiegel der Rezension

Ausgewählte Beiträge der GeFoText-Konferenz vom 29.9. bis 1.10.2010 in Vaasa

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Edited By Mariann Skog-Södersved, Christoph Parry and Michael Szurawitzki

Die Rezension stellt aus literatur- und kulturwissenschaftlicher wie auch aus linguistischer Sicht ein vielseitiges Forschungsfeld dar. Auch wenn sie nur über Werke der Literatur und der verwandten Künste informieren will, reflektiert die Rezension mit ihren Wertungen und Argumentationen die Werte und Prioritäten der Gesellschaft. Als konventionalisierte Textsorte geben Rezensionen über sprachliche Mechanismen gesellschaftlichen Handelns und, dank ihrer grundsätzlichen Vergleichbarkeit, über Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Kulturen Aufschluss. Dieser Band versammelt ausgewählte Beiträge einer Tagung in Vaasa 2010, die einen interdisziplinären und transnationalen Zugang zum Phänomen der Rezension suchte.

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Jos Joosten: Aufstieg und Untergang des Strukturalismus in der niederländischen Literatur

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Jos Joosten Aufstieg und Untergang des Strukturalismus in der niederländischen Literatur Die Frage, wer den größten Einfluss auf die niederländische Literaturkritik nach 1945 hatte, wird von jedem niederländischen Literaturwissenschaftler oder Ken- ner des Fachgebiets ohne jeden Zweifel wie folgt beantwortet werden: die Re- daktion der Zeitschrift Merlyn, die zwischen 1962 und 1966 publiziert wurde. Freunde und Feinde der Zeitschrift (denn die gibt es dabei natürlich auch) sind sich darüber einig, dass sie einen entscheidenden Einfluss in den Niederlanden hatte und für den wichtigsten Paradigmenwechsel in der Literaturkritik des zwanzigsten Jahrhunderts gesorgt hat. Der im vergangenen Jahr verstorbene Kees Fens gilt zudem als einflussreichster Kritiker der Nachkriegszeit, und so- wohl er als auch J. J. Oversteegen wurden prominente literaturwissenschaftliche Hochschullehrer. Jahrzehntelang war der Status von Merlyn unangetastet und der Einfluss der Zeitschrift wurde nicht bezweifelt. Merlyn hat die Art der Kritik verändert, wobei die Anhänger Merlyns optimal von der Geburtenwelle nach dem Zweiten Weltkrieg, der Demokratisierung sowie der besseren Zugänglich- keit des Sekundarunterrichts in den Sechzigern und dem Zuwachs an Buchbeila- gen in den Siebzigern profitierten. In diesem Artikel1 möchte ich die zentrale Frage diskutieren, welchen Ein- fluss Merlyn noch im Jahre 2010, knapp ein halbes Jahrhundert nach dem Er- scheinen der Zeitschrift, weiterhin unterm Strich auf die niederländische Litera- turkritik ausübt. 1 Die AusgangspunkteMerlyns Im November 1962 erschien in Amsterdam die erste Ausgabe des Blattes, wel- ches durch die Redaktion der Triade Kees Fens, Ulli Jessurun d’Oliveira...

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