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Sprache und Kultur im Spiegel der Rezension

Ausgewählte Beiträge der GeFoText-Konferenz vom 29.9. bis 1.10.2010 in Vaasa

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Edited By Mariann Skog-Södersved, Christoph Parry and Michael Szurawitzki

Die Rezension stellt aus literatur- und kulturwissenschaftlicher wie auch aus linguistischer Sicht ein vielseitiges Forschungsfeld dar. Auch wenn sie nur über Werke der Literatur und der verwandten Künste informieren will, reflektiert die Rezension mit ihren Wertungen und Argumentationen die Werte und Prioritäten der Gesellschaft. Als konventionalisierte Textsorte geben Rezensionen über sprachliche Mechanismen gesellschaftlichen Handelns und, dank ihrer grundsätzlichen Vergleichbarkeit, über Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Kulturen Aufschluss. Dieser Band versammelt ausgewählte Beiträge einer Tagung in Vaasa 2010, die einen interdisziplinären und transnationalen Zugang zum Phänomen der Rezension suchte.

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Adriana Vignazia: Italien im Spiegel der Rezension bei deutschen Kulturzeitschriften der Zwischenkriegszeit

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Adriana Vignazia Italien im Spiegel der Rezension bei deutschen Kulturzeitschriften der Zwischenkriegszeit … das war ein gefährliches Kapitel. Denn ich kenne das Elend des Rezensieren-Müssens … Werner von der Schulenburg Der vorliegende Beitrag behandelt die Rolle der Rezension bei der Konstruktion und Vermittlung eines bestimmten Bildes bzw. die Relation zwischen der poli- tischen und kulturellen Ausrichtung der Zeitschrift und der Auswahl und Bewer- tung der rezensierten Werke. Bild wird im Sinne von Pageaux als nicht ein- heitliche Konstruktion und als Ausdruck der Interessen und der Kultur sozialer Gruppen verstanden (Pageaux 1994, 60), die sich in diesem Fall durch eine Zeitschrift vertreten fühlen. Herangezogen wurden Rezensionen von fiktionalen und nicht-fiktionalen Texten, einerseits weil letztere tiefere Einblicke in die Mentalitätsprägung einer Gesellschaft oder einer Gruppe gestatten als nur literarische Texte, andererseits, weil die deutschen Kulturzeitschriften nach dem Ersten Weltkrieg ihren Schwerpunkt vom literarischen auf das sozial-politische Feld verlagern. Die Zwischenkriegszeit wurde gewählt, um die Aufarbeitung der traumati- schen Erfahrung des Kriegseintritts Italiens auf Seite der Alliierten1 in den deutschen Kulturzeitschriften zu analysieren, zumal einige Zeitschriften sich ganz bewusst die Aufgabe stellten, zur Wiederannäherung beider Länder oder zur Überwindung der auf den Krieg folgenden Isolation Deutschlands bei- zutragen.2 Bei der Auswahl der Zeitschriften wurde auf ihre kulturelle und politische Orientierung geachtet. Die Wahl fiel auf: 1. Italien, erste und zweite Reihe; 2. Der Querschnitt; 3. Die Deutsche Rundschau und 4. Die schöne Literatur. Unter ‚Rezension im 20. Jahrhundert‘ wurde ein argumentativer Texttyp verstanden, der den Zweck,...

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