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Sprache und Kultur im Spiegel der Rezension

Ausgewählte Beiträge der GeFoText-Konferenz vom 29.9. bis 1.10.2010 in Vaasa

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Edited By Mariann Skog-Södersved, Christoph Parry and Michael Szurawitzki

Die Rezension stellt aus literatur- und kulturwissenschaftlicher wie auch aus linguistischer Sicht ein vielseitiges Forschungsfeld dar. Auch wenn sie nur über Werke der Literatur und der verwandten Künste informieren will, reflektiert die Rezension mit ihren Wertungen und Argumentationen die Werte und Prioritäten der Gesellschaft. Als konventionalisierte Textsorte geben Rezensionen über sprachliche Mechanismen gesellschaftlichen Handelns und, dank ihrer grundsätzlichen Vergleichbarkeit, über Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Kulturen Aufschluss. Dieser Band versammelt ausgewählte Beiträge einer Tagung in Vaasa 2010, die einen interdisziplinären und transnationalen Zugang zum Phänomen der Rezension suchte.

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Petra Žagar-Šoštarić und Suzana Jurin: Die gegenwärtige deutschsprachige Popliteratur im Fokus der Kritik

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Petra Žagar-Šoštarić und Suzana Jurin Die gegenwärtige deutschsprachige Popliteratur im Fokus der Kritik Die gegenwärtige deutschsprachige Literatur, gemeint ist vor allem die Poplite- ratur der neunziger Jahre, wie z. B. Christian Krachts Faserland und 1979, oder Benjamin von Stuckrad-Barres Soloalbum und Livealbum, kann als dominantes Beispiel des wirtschaftlichen Erfolges innerhalb des Literaturmarktes bezeichnet werden. Die Literaturbetriebe haben ihre Politik und Strategie geändert, indem sie die gegenwärtige Literatur (Popliteratur) der hohen, etablierten Literatur an- genähert haben. Sie vermischten den einstmals ‚hohen‘ literarischen Kanon mit etwas, was weder der etablierten noch der trivialen Literatur angehörte. Eine Antwort auf eine neue Lesbarkeit oder eine neue Ästhetik der Rezeption und auf eine neue Schreibweise nach der Wende 1989 gaben die Popliteraten (vor allem Christian Kracht und Benjamin von Stuckrad-Barre). Sie begaben und begeben sich immer noch auf ein Terrain, wo „Bisse und Küsse schwer zu unterscheiden sind“ (Altenburg 1998, 75); gerade dieses Neuland machte es für Kritiker, Ver- leger und Lektoren interessant, aber auch schwierig, darüber zu urteilen. Nach welchen Kriterien sie geurteilt haben und was damit erzielt wurde, ist der Ge- genstand dieses Beitrags. 1 Kriterien der Popliteratur: Textexterne und textimmanente Faktoren Um über Kriterien der Kritiker, Literaturwissenschaftler, Leser, Verleger und Lektoren sprechen zu können, sollen, um Klarheit zu schaffen, zuerst Kriterien innerhalb der sogenannten Popliteratur in Kürze erläutert werden. Es handelt sich dabei um Charakteristika, welche die Popliteratur ausmachen und die auf zwei Ebenen präsent sind: einerseits...

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