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Politische Kultur und Theatralität

Aufsätze, Essays, Publizistik- Mit einem Vorwort von Joachim Fiebach

Gottfried Fischborn

Der Verfasser beschreibt und analysiert Elemente und Aspekte von Theatralität in der politischen Kultur Deutschlands zwischen 1990 und 2011. In diesem Sinne versteht sich das Buch als angewandte Theaterwissenschaft mit interdisziplinärem Bezug zur Politik- und Kommunikationswissenschaft. Dabei rücken vor allem die Schwierigkeiten und Widersprüche des deutschen Vereinigungsprozesses in den Focus. Die Theaterwissenschaft der DDR gab für das Diskursfeld «Theatralität» vor allem durch Rudolf Münz und Joachim Fiebach schon seit 1978 folgenreiche Anstöße. An Fiebachs kommunikationswissenschaftlich geprägtes Konzept schließt der Verfasser unmittelbar an. Die Studien und publizistischen Arbeiten werden ergänzt durch einige literaturwissenschaftliche, thematisch angrenzende Texte, unter anderem zu Peter Hacks, Heiner Müller, Alfred Matusche und Uwe Tellkamp.

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DER DRAMENDICHTER ALFRED MATUSCHE

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Daß ein bedeutender Autor von Vergessenheit bedroht wird, ist in der Li- teraturgeschichte nichts Neues. Dann bedarf es besonderer Anstrengung, um das zu verhindern. Das bekannteste Beispiel im Schlechten wie im Guten ist Georg Büchner. Durch die besonderen Umstände der deutschen Vereinigung sind gleich mehrere Große deutscher Sprache derzeit dieser Gefahr ausgesetzt. Zu Ihnen gehört neben Peter Hacks, Jurij Brezan, Erwin Strittmatter oder Johannes Bobrowski auch Alfred Matusche Zum ersten Male sind hier sämtliche Theaterstücke des Dichters in einem Band ver- sammelt. LEBENSLAUF EINES AUSSENSEITERS – Alfred Matusche wird am 8. Oktober 1909 in Leipzig als Sohn eines Arbeiters geboren. Der Vater fällt im ersten Weltkrieg. Mühsam bringt die Mutter die Familie mit Heimarbeit für eine Kleiderfabrik über die Runden, wenig Verständnis kann sie da für die Lese- lust, die ersten Schreibversuche des Heranwachsenden aufbringen; eines Tages verbrennt sie die Kiste, in der Alfred seine Bücher aufbewahrt. Nach abgeschlossener Schlosser-Lehre mit anschließender Arbeitslosigkeit be- ginnt er ein Studium am Technikum, das er bald abbricht, um sich ganz seinen literarischen und auch, unter dem Einfluß seines Malerfreundes Gerhard Bettermann, bildkünstlerischen Neigungen zu widmen. Better- mann hat den jungen Matusche in einem unmittelbar ergreifenden, ex- pressionistischen Linolschnitt porträtiert. Seit 1925 entstehen als frühe literarische Versuche Gedichte und kurze Prosaarbeiten. Es kommt zu ers- ten Veröffentlichungen, etwa in der „Neuen Leipziger Zeitung“, dann zu Arbeiten für den Mitteldeutschen Rundfunk, wo ihn E. Kurt Fischer f...

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