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Die Arbeit mit dem Europäischen Sprachenportfolio als Möglichkeit zum selbstständigen Erarbeiten fremdsprachlicher Kompetenzen

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Maria-Antonia Kontostathi

Mit der Veröffentlichung des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER) im Jahre 2001 wurde versucht, für Fremdsprachenlerner in Europa ein allgemeines Bewertungskonzept zur Verfügung zu stellen, das als Orientierungshilfe im sprachlichen Bereich fungieren soll. Das Ziel dieser Studie liegt in der Evaluation des innovativen Potenzials des Europäischen Sprachenportfolios (ESP), einer Folgeveröffentlichung des GER. Zu diesem Zweck wurde die Arbeit mit dem ESP bei Schülern der 7. Klasse an dem griechischen Gymnasium in Dortmund in einem Zeitraum von fünf Monaten dokumentiert. Das Augenmerk richtete sich dabei auf die Selbstreflexionsprozesse, die bei den Schülern durch die Auseinandersetzung mit den Kann-Beschreibungen des ESPs ausgelöst wurden. Die Auswirkung der Arbeit mit dem Europäischen Sprachenportfolio wurde auf der Grundlage qualitativ-empirischer Erhebungen untersucht. Insgesamt wurde eine Akzeptanz des gesamten ESPs festgestellt und es ließ sich ein starkes Argument für die Arbeit mit dem Portfolio ableiten. Offensichtlich gelang es mit der Portfolioarbeit, auch schwächere Schüler in besonderer Weise anzusprechen und zu motivieren.

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2. Welche Funktion erfüllt der GER?

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Τranter (2003) zufolge sind Kenntnisse über die Inhalte des GERs und seine Relevanz im Hinblick auf das Fremdsprachenlernen für alle in der sprachlichen Weiterbildung Beschäftigten eine wichtige Grundlage für die eigene Arbeit. (Vgl. Τranter 2003, S. 3) Da ich mich dieser Meinung anschließe, scheint es mir wich- tig, den Inhalt des GERs in drei Bereiche zu gliedern: – GER als eine sprachenpolitische Absichtserklärung des Europarats – GER als „Schaufenster linguistischer Gelehrsamkeit“ (Aspekte kommunikativer Kompe- tenzen) – GER als sprachdidaktisches Handwerkszeug. (Quetz 2003, S. 42) Diese Aspekte, die den Inhalt des GERs bestimmen, werden zugleich als die Ent- stehungsgründe des GERs angesehen und im folgenden Kapitel näher erläutert. 2.1 Sprachenpolitische Gründe Da der GER als Ergebnis langjähriger Arbeit des Europarats anzusehen ist, sollen zunächst die Aufgaben des Europarats erläutert werden, um die sprachenpoli- tischen Gründe, die zum Entwurf des GERs geführt haben, genauer zu defi- nieren: „Das Ziel des 1949 gegründeten Europarats war und ist die Schaffung eines neuen Europas, aufbauend auf den Werten der Menschenrechte und der Demokratie, gestützt auf die Grundpfeiler demokratischer Bürgergesellschaft und sprachlicher und interkultureller Vielfalt.“ (Christ 2003, S. 5) Der Europarat zielte schon seit den 1960er Jahren auf die Förderung der Mehrsprachigkeit ab, um den Frieden in Europa zu bewahren. (Vgl. Trim 1996): „Der Europarat unterstützt Lehr- und Lernmethoden, die jungen Menschen, aber auch älteren Lernenden helfen, Einstellungen, Kenntnisse und Fähigkeiten zu entwickeln, die notwendig sind, um im Denken...

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