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Die Arbeit mit dem Europäischen Sprachenportfolio als Möglichkeit zum selbstständigen Erarbeiten fremdsprachlicher Kompetenzen

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Maria-Antonia Kontostathi

Mit der Veröffentlichung des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER) im Jahre 2001 wurde versucht, für Fremdsprachenlerner in Europa ein allgemeines Bewertungskonzept zur Verfügung zu stellen, das als Orientierungshilfe im sprachlichen Bereich fungieren soll. Das Ziel dieser Studie liegt in der Evaluation des innovativen Potenzials des Europäischen Sprachenportfolios (ESP), einer Folgeveröffentlichung des GER. Zu diesem Zweck wurde die Arbeit mit dem ESP bei Schülern der 7. Klasse an dem griechischen Gymnasium in Dortmund in einem Zeitraum von fünf Monaten dokumentiert. Das Augenmerk richtete sich dabei auf die Selbstreflexionsprozesse, die bei den Schülern durch die Auseinandersetzung mit den Kann-Beschreibungen des ESPs ausgelöst wurden. Die Auswirkung der Arbeit mit dem Europäischen Sprachenportfolio wurde auf der Grundlage qualitativ-empirischer Erhebungen untersucht. Insgesamt wurde eine Akzeptanz des gesamten ESPs festgestellt und es ließ sich ein starkes Argument für die Arbeit mit dem Portfolio ableiten. Offensichtlich gelang es mit der Portfolioarbeit, auch schwächere Schüler in besonderer Weise anzusprechen und zu motivieren.

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3. Die Gemeinsamen europäischen Referenzniveaus

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3.1 Die Entwicklung der Referenzniveaus Bezüglich der Entwicklung der Referenzniveaus des GERs sollte zunächst einmal darauf hingewiesen werden, dass die Autoren des GERs das Konzept der Kompetenzstufen nicht neu erfunden haben. (Vgl. Qeutz 2001) Die Kann- Beschreibungen sind vielmehr unter Bezug auf parallele Systeme, wie bei- spielsweise einem schweizerischen Projekt7, entstanden. (Vgl. North/Schneider 1998; Schneider/North 2000; , in Quetz 2001) Das Hauptanliegen dieses Pro- jekts bestand darin, mehr Transparenz in Bezug auf die sprachlichen Kompe- tenzen im Fremdsprachenunterricht zu ermöglichen und somit Grundlagen für eine bessere Vergleichbarkeit der entsprechenden Abschlüsse zu schaffen. (Vgl. Schneider/North1999, S. 4–8) Als Mittel dazu können Skalen mit Kompetenz- beschreibungen dienen. (Vgl. Schneider/North1999, S. 4–8) Vor diesem Hin- tergrund wurden in zwei Untersuchungen in den Jahren 1994 und 1995 über dreißig Workshops mit 250 Lehrpersonen durchgeführt, mit dem Ziel, heraus- zufinden: - welche Kompetenzbeschreibungen gut verstanden und ähnlich interpretiert werden - Deskriptoren welcher Art eher abgelehnt bzw. bevorzugt werden - welche Übersetzungen zu unterschiedlicher Einschätzung führten und überarbeitet werden mussten. (Vgl. Schneider/North1999, S. 4–8) Die Interpretation jener Kompetenzbeschreibungen, die in beiden Projektjah- ren verwendet worden waren, erwies sich als erstaunlich stabil, widerspruchs- frei und plausibel. (Vgl. Schneider/North1999, S. 4–8) Die im Projekt skalierten Kompetenzbeschreibungen haben bereits vor dem Abschluss der Projektarbeit Einzug in den Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen des Europarats gehalten und sind dadurch rasch bekannt geworden. (Vgl. Schneider/North 1999, 7 Die Skalen mit den Deskriptoren in den Kapiteln 3,4,5 wurden...

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