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Die Arbeit mit dem Europäischen Sprachenportfolio als Möglichkeit zum selbstständigen Erarbeiten fremdsprachlicher Kompetenzen

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Maria-Antonia Kontostathi

Mit der Veröffentlichung des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER) im Jahre 2001 wurde versucht, für Fremdsprachenlerner in Europa ein allgemeines Bewertungskonzept zur Verfügung zu stellen, das als Orientierungshilfe im sprachlichen Bereich fungieren soll. Das Ziel dieser Studie liegt in der Evaluation des innovativen Potenzials des Europäischen Sprachenportfolios (ESP), einer Folgeveröffentlichung des GER. Zu diesem Zweck wurde die Arbeit mit dem ESP bei Schülern der 7. Klasse an dem griechischen Gymnasium in Dortmund in einem Zeitraum von fünf Monaten dokumentiert. Das Augenmerk richtete sich dabei auf die Selbstreflexionsprozesse, die bei den Schülern durch die Auseinandersetzung mit den Kann-Beschreibungen des ESPs ausgelöst wurden. Die Auswirkung der Arbeit mit dem Europäischen Sprachenportfolio wurde auf der Grundlage qualitativ-empirischer Erhebungen untersucht. Insgesamt wurde eine Akzeptanz des gesamten ESPs festgestellt und es ließ sich ein starkes Argument für die Arbeit mit dem Portfolio ableiten. Offensichtlich gelang es mit der Portfolioarbeit, auch schwächere Schüler in besonderer Weise anzusprechen und zu motivieren.

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4. Das Europäische Sprachenportfolio (ESP)

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4.1 Zur Entwicklung des ESPs Die Entwicklung des Europäischen Sprachenportfolios (ESP) steht im engen Zusammenhang mit der innereuropäischen Sprachpolitik. (Helbig-Reuter 2004, S. 105) Das soll heißen, dass die Entstehung des Portfolios unmittelbar mit den übergeordneten Zielen des Europarats verbunden ist, nämlich das Sprachenler- nen und den Sprachunterricht in den Staaten der Europäischen Union zu fördern. (Vgl. Helbig-Reuter 2004, S. 105) Die Gründe für die Entwicklung des ESPs sind in diesem Zusammenhang nach Schneider North (2000) die folgenden: ● die Forderung nach Transparenz der Qualifikationen angesichts der ständig wachsenden Mobilität ● die Tendenz zu einer erweiterten Leistungsbewertung ● die Förderung des autonomen Lernens ● die Förderung der Mehrsprachigkeit und des Sprachenlernens (Schneider/ North 2000, S. 167–169 in Helbig-Reuter 2004, S. 105) In diesem Rahmen wurde beschlossen, zwei konkrete Instrumente zu entwi- ckeln, die wesentlich zum Erreichen dieses Zieles beitragen sollen. (Helbig-Reu- ter 2004, S. 104) Vor diesem Hintergrund fiel im Jahre 1991 während des schwei- zerischen Symposiums des Europarats zum Thema „Transparenz und Kohärenz beim Sprachenlernen im Europarat“ die Entscheidung für den Entwurf des ESPs. (Vgl. Schärer 1993, Conseil de l Europe 1993 in Schneider14 1999a) Im Jahr 1996 ist das erste schweizerische Sprachenportfolio erschienen, welches auf empirisch entwickelten Skalen im NFP 33 zur Beschreibung und Beurteilung der fremdsprachlichen Kommunikationsfähigkeit basierte. (Vgl. Ver. 14, in Schnei- der 1999a) Im Anschluss daran wurde 1997 eine Kurzfassung des schweizeri- schen Portfolioentwurfs publiziert. (Vgl. Ver. 14, in Schneider 1999a) Daraufhin...

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