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Konnotationen oder konventionelle Implikaturen?

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Urszula Topczewska

Diese Arbeit fühlt sich der von L. Wittgenstein angedeuteten und von R. Keller entwickelten Gebrauchstheorie der Sprache verbunden. Kellers instrumentalistische Bedeutungstheorie geht davon aus, dass Zeichen allein aufgrund ihrer Gebrauchskonventionen zu Kommunikationszwecken verwendet werden. Im Rahmen dieser Theorie wird hier H. P. Grice’s Konzeption der konventionellen Implikaturen theoretisch ausgearbeitet und zur Explikation lexikalischer und grammatischer Bedeutungen angewendet, die sich den Analysemethoden herkömmlicher Semantik entziehen.

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2.1 Konnotation vs. Denotation

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Der Terminus Konnotation entstammt der Sprachphilosophie19 und wird allge- mein in Opposition zur Denotation definiert. Da aber die Denotation in der Se- mantik kaum definiert und sowohl mit der wahrheitswertfunktionalen Bedeu- tung als auch mit der begrifflichen Bedeutung gleichgesetzt wird, sollen hier zu- nächst die beiden Bedeutungsarten im Anschluss an G. Frege voneinander abge- grenzt werden. Frege geht von zwei Bedeutungsebenen aus: der denotativen (Bedeutung) und der signifikativen (Sinn). Die Bedeutung eines Ausdrucks umfasst die Klas- se der von ihm bezeichneten Sachen und ist mit Wahrheitswerten des Satzes zu 17 Es gibt zwei weitgehend komplementäre Sichtweisen der Kontextabhängigkeit von Konnotationen: Entweder nimmt man an, dass Konnotationen „im Voraus“ den sprach- lichen und außersprachlichen Kontext, in dem sie vorkommen können, bestimmen, oder man schreibt dem Kontext die Fähigkeit zu, latente Konnotationen einer lexikalischen Einheit hervorzuheben bzw. zu unterdrücken. 18 In dieser Arbeit werden der Pragmatik grundsätzlich diejenigen Bedeutungen zugerech- net, die nicht isolierten Ausdrücken, sondern nur Ausdrücken im Äußerungszusammen- hang zugeschrieben werden können. Dies impliziert, dass die Semantik in die Pragmatik übergeht. Für die linguistische Forschung gilt im Allgemeinen nach wie vor, dass die Grenze zwischen Semantik und Pragmatik da verläuft, wo sie gerade gezogen wird (vgl. Wiegand 1981: 210). 19 Einen Überblick über seine vorlinguistische Geschichte gibt Garza-Cuarón (1991). 20 Zum semantischen Status von Konnotationen erfassen, in dem der Ausdruck vorkommt. Der Sinn ist der Inhalt der Bedeutung und bezieht sich auf die allgemeinen Merkmale...

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