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Konnotationen oder konventionelle Implikaturen?

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Urszula Topczewska

Diese Arbeit fühlt sich der von L. Wittgenstein angedeuteten und von R. Keller entwickelten Gebrauchstheorie der Sprache verbunden. Kellers instrumentalistische Bedeutungstheorie geht davon aus, dass Zeichen allein aufgrund ihrer Gebrauchskonventionen zu Kommunikationszwecken verwendet werden. Im Rahmen dieser Theorie wird hier H. P. Grice’s Konzeption der konventionellen Implikaturen theoretisch ausgearbeitet und zur Explikation lexikalischer und grammatischer Bedeutungen angewendet, die sich den Analysemethoden herkömmlicher Semantik entziehen.

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2.3 Grundannahmen gebrauchstheoretischen Zugangs zur Konnotationenproblematik

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Aus handlungstheoretischer Sicht ist das Verstehen sprachlicher Äußerungen jeweils ein individueller mentaler Akt, auf den aber analytisch zugegriffen wer- den kann, indem die in einer Diskursgemeinschaft anerkannte und über einzelne Diskursbeiträge explizit oder implizit vermittelte Interpretation des Zu- Verstehen-Gegebenen untersucht wird64. Die Interpretation ist im Unterschied zum Verstehen kein Ich-Erlebnis, sondern ein kollektiver Akt, an dem mehrere Diskursteilnehmer beteiligt sind und der für viele zugänglich gemacht werden kann (vgl. dazu Teubert 2006a: 53). Die Interpretation kann jederzeit auf die in- dividuellen Verstehensleistungen zurückgeführt werden, hat aber dank ihrer dis- kursiven Verfügbarkeit grundsätzlich intersubjektive Gültigkeit. Es ist eben eine Diskursgemeinschaft, die in jeder Interpretation Bedeutungen lexikalischer Ein- heiten aushandelt, sie akzeptiert bzw. verändert (vgl. Teubert 2006a: 55). Jeder einzelne Verstehensakt ist in diese diskursive Hermeneutik eingebettet, hängt von ihr ab und gestaltet sie rückwirkend mit, sobald er in ein sprachliches Zeug- nis überführt und in den jeweiligen Diskurs eingebracht wird. Das Gemeinsame an sprachlichen Bedeutungen, das als unabdingbare Voraus- setzung für die sprachliche Kommunikation gilt, ist also ein interaktives, diskur- sives und letztlich soziales Konstrukt. Das Soziale kann schon darin liegen, dass zum Verstehen von Äußerungen bestimmte Wissenshintergründe gehören, die „eminent soziale Parameter der Kommunikationssituation“ sind, „da sie nur in sozialen Zusammenhängen erworben werden können“ (Busse 2005: 38)65. Wenn 64 Teubert (2006a) zeigt den Zusammenhang zwischen individuellen Verstehensleistungen und der sozial anerkannten Interpretation sprachlicher Zeichen am Beispiel der bei Google zu...

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