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Konnotationen oder konventionelle Implikaturen?

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Urszula Topczewska

Diese Arbeit fühlt sich der von L. Wittgenstein angedeuteten und von R. Keller entwickelten Gebrauchstheorie der Sprache verbunden. Kellers instrumentalistische Bedeutungstheorie geht davon aus, dass Zeichen allein aufgrund ihrer Gebrauchskonventionen zu Kommunikationszwecken verwendet werden. Im Rahmen dieser Theorie wird hier H. P. Grice’s Konzeption der konventionellen Implikaturen theoretisch ausgearbeitet und zur Explikation lexikalischer und grammatischer Bedeutungen angewendet, die sich den Analysemethoden herkömmlicher Semantik entziehen.

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3.2 J. L. Austin: Bedeutung und Konvention

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Die Wittgenstein’sche Bedeutungsauffassung muss im Zusammenhang mit John L. Austins Forschungspostulat erwogen werden, statt nach Bedeutung schlecht- hin nur noch nach der Bedeutung im Kontext eines konkreten Wortgebrauchs fragen zu müssen, um diese Frage sinnvoll beantworten zu können. Beide Sprachphilosophen gehen davon aus, dass die klassischen, repräsentationistisch geprägten Abbildtheorien der Bedeutung unzulänglich sind. Dennoch vertritt Austin im Unterschied zum späteren Wittgenstein einen traditionellen, an Frege orientierten Bedeutungsbegriff105, den er auf geäußerte Sätze (Äußerung in der Objektlesart) und nicht auf das Vollziehen einer Äußerung von Sätzen durch einen bestimmten Sprecher bei einer bestimmten Gelegenheit (Äußerung in der Aktlesart) bezieht (vgl. Liedtke 1998: 17). In seinen Bedeutungsanalysen wer- 105 Austin unterscheidet zwischen sense (naming) und reference (referring) offensichtlich im Sinne der Frege’schen Unterscheidung zwischen Sinn und Bedeutung – vgl. z.B. Austin (1973: 93, 97, 100, 108). Vgl. dazu auch Liedtke (1998: 22). Konnotationen oder konventionelle Implikaturen? 71 den zudem nicht tatsächlich vollzogene Äußerungen (Äußerungstoken), sondern nur mögliche Sprechhandlungen behandelt106. Nichtsdestoweniger besteht Austins grundlegende Leistung in der Erkennt- nis, dass Sprechen Handeln ist, und zwar nicht nur im Falle performativer Äuße- rungen wie Ich schließe hiermit die heutige Parlamentssitzung, wenn damit die Parlamentssitzung geschlossen wird. Auch beim Sprechen konstativer Äußerun- gen wie Die Parlamentssitzung ist schon vorbei wird etwas getan, etwas wird nämlich festgestellt bzw. behauptet. Feststellungen unterscheiden sich von sol- chen Sprechakten wie Schließen der Parlamentssitzung nur dadurch, dass ihnen keine...

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