Show Less

Konnotationen oder konventionelle Implikaturen?

Series:

Urszula Topczewska

Diese Arbeit fühlt sich der von L. Wittgenstein angedeuteten und von R. Keller entwickelten Gebrauchstheorie der Sprache verbunden. Kellers instrumentalistische Bedeutungstheorie geht davon aus, dass Zeichen allein aufgrund ihrer Gebrauchskonventionen zu Kommunikationszwecken verwendet werden. Im Rahmen dieser Theorie wird hier H. P. Grice’s Konzeption der konventionellen Implikaturen theoretisch ausgearbeitet und zur Explikation lexikalischer und grammatischer Bedeutungen angewendet, die sich den Analysemethoden herkömmlicher Semantik entziehen.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

3.3 H. P. Grice: Vom kommunikativen Handeln zur konventionellen Bedeutung

Extract

Herbert Paul Grice geht davon aus, dass Bedeutung nur innerhalb von Kommu- nikationshandlungen verstanden werden kann und daher einen pragmatischen Begriff darstellt122. Die Kommunikationshandlungen sind dabei rationale (ab- sichtliche und zielgerichtete) Aktivitäten, die zwar mit konventionell festgeleg- ten Mitteln ausgeführt werden, zugleich aber durch die jeweiligen Handlungsin- tentionen einen individuellen Charakter erhalten (vgl. Grice 1957)123. Mittels dieser Intentionen versucht Grice die Bedeutung kommunikativer Handlungen (sowohl als Äußerungstoken als auch als Äußerungstypen) theoretisch zu bestimmen. Seine Theorie ist in erster Linie als Theorie der Bedeutungskonstitu- tion anzusehen und nur unter Umständen bzw., wie es Busse ausdrückt, „erst danach“ als Bedeutungstheorie im „engeren“, in der linguistischen Diskussion meist vorherrschenden Sinne, d.h. als „Theorie der (‚lexikalischen‘) Bedeutung von Einzelzeichen“ (Busse 1991a: 40)124. Allerdings geht es in dieser Feststel- lung – entgegen Meggle (19972: 18) – weniger darum, dass die Grice’sche Theo- rie auch nicht sprachliche Kommunikationshandlungen (z.B. das Anfertigen ei- ner Zeichnung, Aufräumen einer zerbrochenen Vase usw.) als Äußerungen von Sprecherintentionen berücksichtigt, sondern vielmehr darum, dass sprachliche Ausdrücke nur innerhalb von Äußerungen eine Bedeutung haben. 122 Die pragmatische Ausrichtung seines bedeutungstheoretischen Ansatzes wird von Grice – trotz der Einführung der scheinbar rein semantischen Kategorie der konventionellen Bedeutung – noch radikaler als bei Austin und Wittgenstein gedacht: „For Austin, as for Wittgenstein in his later work, use was the best, indeed the only, legitimate guide to meaning. The privilege afforded to use left no room for a distinction between this and literal meaning. Grice...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.