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Konnotationen oder konventionelle Implikaturen?

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Urszula Topczewska

Diese Arbeit fühlt sich der von L. Wittgenstein angedeuteten und von R. Keller entwickelten Gebrauchstheorie der Sprache verbunden. Kellers instrumentalistische Bedeutungstheorie geht davon aus, dass Zeichen allein aufgrund ihrer Gebrauchskonventionen zu Kommunikationszwecken verwendet werden. Im Rahmen dieser Theorie wird hier H. P. Grice’s Konzeption der konventionellen Implikaturen theoretisch ausgearbeitet und zur Explikation lexikalischer und grammatischer Bedeutungen angewendet, die sich den Analysemethoden herkömmlicher Semantik entziehen.

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4. Bedeutungen und Konventionen – der Fallkonventioneller Implikaturen

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4. Bedeutungen und Konventionen – der Fall konventioneller Implikaturen Implikaturen stellen einen der Schlüsselbegriffe der von H. P. Grice begründeten Konversationslogik dar. Mit deren Hilfe zeigt Grice (1975) auf, dass Mittel einer natürlichen Sprache ebenso eindeutig interpretiert werden können wie diejeni- gen der formalen Sprache. In der Sprachwissenschaft gab die Grice’sche Impli- katurentheorie den Anstoß dazu, das Lexikon durch die Annahme inferentiell zu erschließender, (kon-)textueller Bedeutungsvarianten einer Spracheinheit zu ent- lasten. In der weltweiten Linguistik waren die in diese Richtung zielenden Un- tersuchungen in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts Gegenstand intensiver Forschung. Allerdings beschränkten sie sich beinahe ausschließlich auf konver- sationelle Implikaturen, während konventionelle grundsätzlich außer Acht gelas- sen wurden – nicht zuletzt deshalb, weil ihr Anwendungsbereich nach wie vor vorwiegend auf Partikeln und Konjunktionen beschränkt blieb. In diesem Kapitel wird die von Grice skizzenhaft umrissene Konzeption konventioneller Implikaturen genauer herausgearbeitet und anschließend ihre analytische Tauglichkeit überprüft, und zwar nicht nur im oben genannten klas- sischen Bereich der Synsemantika, sondern auch in Bezug auf Autosemantika, etwa im Bereich der Tropik, und in Bezug auf grammatische Bedeutung, wie etwa die des deutschen Präsens. Auch die Höflichkeitskonventionen werden hier am Beispiel des Gebrauchs der Modalverben im Deutschen als soziokulturell bedingte und lediglich situationsspezifische Handlungsregeln ausgewiesen und nicht – wie Grice es nahe legte – als Konversationsmaximen, die rekonstrukti- onsbedürftige Schlussprozesse veranlassen. Die Interpretation aller in diesem Teil der Arbeit behandelten Beispiele wurde in Befragungen deutscher Muttersprachler bestätigt....

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