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Konnotationen oder konventionelle Implikaturen?

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Urszula Topczewska

Diese Arbeit fühlt sich der von L. Wittgenstein angedeuteten und von R. Keller entwickelten Gebrauchstheorie der Sprache verbunden. Kellers instrumentalistische Bedeutungstheorie geht davon aus, dass Zeichen allein aufgrund ihrer Gebrauchskonventionen zu Kommunikationszwecken verwendet werden. Im Rahmen dieser Theorie wird hier H. P. Grice’s Konzeption der konventionellen Implikaturen theoretisch ausgearbeitet und zur Explikation lexikalischer und grammatischer Bedeutungen angewendet, die sich den Analysemethoden herkömmlicher Semantik entziehen.

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4.3 Implikaturenerzeugende Konventionen

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Konventionelle Implikaturen werden durch Konventionen ausgelöst, die nur in einem Äußerungskontext anwendbar sind. Ein isoliertes Wort lässt einen prag- matischen Schluss nicht zu, da nur im Äußerungszusammenhang vom Meinen – auch vom konventionellen Meinen – die Rede sein kann. Levinson (2000a) zeigt, dass es bereits auf der Ebene der Äußerungstypen möglich ist, bestimmte konversationell inferierte Schlüsse aus dem Gesagten zu ziehen. Dies gilt desto mehr für die im Folgenden zu behandelnden konventionellen Implikaturen. 241 Vgl. insbesondere Grice (1969). 242 Busse (1980) bemerkt hierzu: „Grice zögert, von den geäußerten Wörtern auszusagen, sie hätten in einer bestimmten Situation eine bestimmte Bedeutung, während er dies von der Äußerung sehr wohl sagen möchte“ (Busse 1980: 46). 144 Bedeutungen und Konventionen – der Fall konventioneller Implikaturen Es soll in den folgenden Analysen nachgewiesen werden, dass konventionel- le Implikaturen auf dieser Ebene sowohl von Gebrauchskonventionen für lexika- lische Ausdrücke als auch von denjenigen für grammatische Konstruktionen ausgelöst werden. Wenn nämlich die implikaturenerzeugenden Konventionen an Wortbedeutungen festgemacht werden können, dann sind nicht nur Konjunktio- nen und Partikeln sowie andere bedeutungsschwache Wörter (Funktionswörter) als Domäne für konventionelle Implikaturen anzusehen. Sie können prinzipiell von Wörtern jeder Wortart ausgelöst werden, z.B. von einem Verb wie in (22), von einem Pronomen wie in (23) oder von einem Substantiv wie in folgendem Beispiel: (29) Gewalt im Fernsehen → Brutalität im Fernsehen Die notwendige Bedingung, um den...

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