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Untersuchungen zur spanischen Kurzgeschichte der Gegenwart (1980-2010)

Definitionen, Analysen, Fallstudien

Christoph Rodiek

Zwischen 1980 und 2010 ist die spanische Kurzgeschichte endgültig aus dem Schatten des Romans herausgetreten. Die Gründe und Auswirkungen dieser Erfolgsgeschichte sind bisher kaum erforscht. Im ersten Teil der vorliegenden Untersuchung geht es um Gegenstandsfelder wie Gattungsdefinition, narrative Innovation, Rezeption in- und ausländischer Vorbilder, Gattungsmischung usw. Im zweiten Teil werden die Schreibweisen herausragender Autoren (z.B. Luis Mateo Díez, Javier Marías, José María Merino, Enrique Vila-Matas, Juan Eduardo Zúñiga) in Form ausführlicher Fallstudien analysiert.

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Vorwort

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Mit Blick auf die spanische Gegenwartsliteratur lässt sich feststellen, dass im deutschen Sprachraum vor allem Romane rezipiert werden, und zwar keines- wegs nur im akademischen Bereich. Man denke an Publikumserfolge wie Cora- zón tan blanco (Javier Marías) oder La sombra del viento (Carlos Ruiz Zafón). Um die Kurzgeschichte ist es weniger gut bestellt, obwohl gerade diese Gattung im spanischen Literaturbetrieb der letzten Jahrzehnte einen immensen Auf- schwung genommen hat. Dieser Tatsache soll mit der vorliegenden Untersu- chung Rechnung getragen werden. Trotz des geringen Umfangs sind Kurzgeschichten in der Regel hochkom- plexe Texte. Daher sollte der Zugang zu ihnen nicht durch Theorien und Termi- nologien verstellt werden, deren Anspruch „in einem krassen Missverhältnis zum Erkenntnisgewinn“ steht. In einer Zeit – so Gustav Siebenmann –, in der die „Institution Literatur“ durch andere Medien hart bedrängt werde, müsse es zu den Aufgaben der Literaturwissenschaft gehören, Literatur zu vermitteln und zum Lesen zu verführen. Man solle daher versuchen, „es den Angelsachsen gleichzutun, nämlich auch anspruchsvolle Themen für den interessierten, nicht professionellen Leser möglichst verständlich zu behandeln“ (Siebenmann 1989, 7-8). In der vorliegenden Untersuchung wird versucht, Verständlichkeit durch Textnähe und transparente Argumentationsgänge zu gewährleisten, ohne auf das unerlässliche Minimum an Fußnotenballast zu verzichten. Mehrere Analysean- sätze wurden in Dresdner Lehrveranstaltungen erprobt und diskutiert. Mein Dank gilt den Studierenden für ihr Interesse und meinen Mitarbeiterinnen für die Verlässlichkeit, mit der sie mir stets zur Seite...

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